Corona, meine Psyche und ich

Teil 1 Krisengespräche

24.11.2020 - Es wird nicht alles schlecht gewesen sein, dann mal.

Ein Monat vor Weihnachten, und es nervt: Nicht nur, dass der Markt ausfällt und die Koffer zu hat und all das. Das ist jetzt halt so, shit happens. Hilft ja nicht.
Was viel mehr nervt, ist das andere: Meine allerliebste Psyche war der dringenden Ansicht, ich solle doch mal über dies, das und jenes nachdenken, und weil ich keine so viel bessere Idee hatte, tat ich dies halt.

Und wie das so ist: Es gab Erkenntnisse.
Unschöne, teilweise.

Beispielsweise, dass ich es nicht ertrage in meinen Kontaktlisten Leute zu finden, die es für eine gute Idee halten, die Parolen von Spinnern, Nazis und Artverwandten zu teilen. Was meine Kontaktlisten um ein Erkleckliches reduziert hat.

Ganz nebenbei habe ich auch Leute aus diesen Listen gelöscht, die sich länger als ein Jahr nicht gerührt haben (und bei denen mich zu melden ich auch keinen Anlass gefunden habe), aber das ist OK. Also, vergleichsweise.

Sonst: Das mit der Kreativität ist so eine Sache. Wegen meiner treusorgenden Psyche: Wenn wir Zeit für die Muse haben, zickt die schonmal rum. Weshalb diverse Projekte eher vor sich hindümpeln. Gnarf.

Sonst ist eigentlich alles so gut wie möglich, wenn ich die eine oder andere Verzögerung (homeoffice–bedingt) mal wohlwollend ignoriere. Auch, wenn das jeweils ein wenig lästig ist.

Naja, und dann habe ich mir gedacht, ich mache mal wieder was mit dieser Seite. Erstmal nur Zeug absondern, Dinge erzählen und so. Und vielleicht mal die eine oder andere Meldung vermelden.
Nur so, weil ich das kann.

25.11.2020 - Home, sweet home

Wieso lautet die Bildunterschrift oben ˋLebenszeichen´?
Naja: Grad bin ich in so einer Art Quarantäne, wie so viele … und da dachte ich so bei mir, dass ab und zu ein solches vielleicht gar nicht verkehrt wäre. Damit niemand grübelt.
Und nein, ich habe kein Testergebnis, nicht mal Symptome. Also, die derzeit aktuellen, C19 und so. Ich habe nur einfach keine Lust. Und bleibe erstmal in der Bude. Einfach so.
Meine wohlmeinende Psyche ist der Ansicht, dass eine Ruhezeit eine gute Idee sei, und wer bin ich, ihr da zu widersprechen? Eben.

Warum sie das meint?
Nun ja, die letzten Monate waren stellenweise schon ein wenig anstrengend, mit allerlei Input und Inanspruchnahme und Bohei, und nachdem mein traditioneller ˋUrlaub vom Ich´, der Mittelaltermarkt, nicht stattfindet, mache ich halt einen auf Winterschlaf.

Tja, zugegeben: Das funktioniert natürlich nur, wenn die potentiell Grübelnden stattdessen das Internetz anschalten und diese Seite anschauen, aber egal: Jedenfalls habe ich was dazu gesagt, ob nun jemand zuhört oder nicht … fast wie im richtigen Leben.
Ein bisschen Egotrip, halt. Howauchever, mir ist einfach danach.

27.11.2020 - im Westen nichts Neues

Also … hier, im Westen von Fürth. Auf der Hardhöhe. Und … zumindest nichts Neues, von dem ich gehört hätte. Was daran liegen mag, dass ich kaum Gelegenheit habe, etwas Neues zu hören, wegen der eingeschränkten Sozialkontakte.
Mann, ist das komplex, so einen einfachen Satz zu konkretisieren …

Trotzdem ist mir danach, hier etwas zu schreiben.
Und das darf ich wohl – auch, wenn der Beitrag eher langweilig zu werden verspricht (siehe Überschrift). Und man werde mir bitte nicht vor, das nicht vorab erwähnt zu haben!
Also:

Seit etlichen Wochen benutze ich keine Einweg–Feuerzeuge mehr, sondern einen billigen Nachbau eines IMCO – das ist ein Benzinfeuerzeug. Der erste Halbautomat in der Feuerzeug–Geschichte, kulturhistorisch durchaus interessant. Googelt das, oder halt nicht.

Spannend daran ist … nichts. Aber: Ich betreibe das Teil erfolgreich mit einfachem Brennspiritus, also Mineralöl–frei. Wegen a) der Umwelt und so, und b) weil es nicht so streng riecht sowie c) weil Spiritus im Vergleich zu Feuerzeugbenzin nichts kostet.
Toll, oder?

OK, offenbar nicht so – aber ich habe ja erwähnt, es wird heute nicht spannend. Ich meine, wen interessiert es schon, dass man mit geringem Aufwand sowohl einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten und dabei auch noch cool (weil, kein Zippo, also nonkonformistisch) sein kann? Eben.

Spiritus, nebenbei, ist schlicht Alkohol, der vergällt worden ist. Entsteht durch Vergärung von irgendwas Organischem, ist also Bio, ein nachwachsender Rohstoff und wahrscheinlich sogar vegan. Und so.

Na gut – also ein anderes Thema.
Ähm … ach ja: Wegen der niedrigen Temperaturen sollte man mit Spiritus betriebene Benzinfeuerzeuge körpernah, also gewärmt tragen, sonst zünden die nicht sehr gut. Was den Nachteil hat, dass man häufiger nachfüllen muss, da durch die Körperwärme der Spiritus verdunstet. Aber …

Ok, Ok, ich höre ja schon auf!
Also, bis dann mal.

28.11.2020 - soziale Distanz

ist ja jetzt eine Tugend, die Tugend überhaupt in diesen Tagen. Während eine freundliche Umarmung, ja selbst das Reichen der Hand zum Gruße, ganz zu schweigen vom Bruderkuss (ob sozialistisch oder nicht) als Anzeichen latenter Bösartigkeit, mindestens aber als unpassend, asozial, verantwortungslos gewertet wird.

Früher mal, in den alten Zeiten, galt es als eigenbrötlerisch, gar als verschroben, was heute als strahlendes Beispiel gehandelt wird, hingegen als ausnehmend positiv, was jetzt verteufelt wird.

ˋGesicht zeigen´ war mal eine Kampagne für eine bessere Welt, das ˋoffene Visier´ Kennzeichen und Synonym für Ehrenhaftigkeit, und die Verhüllung der Züge mindestens ein Affront, wenn nicht gar eine Straftat.

Seit´ an Seit´ geht nur noch auf doppelter Armeslänge, Hand in Hand geht gar nicht mehr, und jemandem die Tür aufzuhalten oder in den Mantel zu helfen setzt ein zirkusreifes akrobatisches Geschick voraus, will man nicht der unangemessenen Annäherung geziehen werden.

So schnell geht das mit den Wertungen, den Zeiten und Sitten.

Es gibt dabei, wie bei jedem Wandel, Gewinner und Verlierer (jeweils natürlich auch ˋInnen´), und demzufolge auch mehr oder weniger heftige Reaktionen der letzteren. Oder genauer: Mehr oder weniger laute Missmuts–Bekundungen solcher Zeitgenossen, die sich gern zum Sprachrohr anderer machen, weil man sie dann beachtet – die Leidenden leiden ja meist still.

Und eben deshalb schreibe ich dies:
Weil ich nämlich einer der Gewinner bin!
Vor kurzem noch als ungeselliger Misanthrop verschrien ob meiner Abneigung gegen größere Ansammlungen von homo sapiens – egal ob zum Zwecke der politischen Willensäußerung oder zur pappnasigen, böllernden Unterhaltung – sonne ich mich jetzt im Glanze dieses einsamen Glückes, home, sweet home.

Als Held der Arbeit ging ich nie durch, aber der neue Heldentypus des Untätigen passt ausgezeichnet – Dank, tausend Dank der Werbeabteilung der Bundesregierung!

Volksflaute statt Volkssturm, da kann ich mit. Patriotisches Rumlümmeln auf dem Sofa anstatt alle paar Minuten neue Trainingserfolge vorweisen zu müssen, wie genial ist das denn? Die Plauze als äußeres Kennzeichen des Guten, der Sixpack enthält drei Liter Feierabend und wird, gegen Pfand, zurück in den Discounter um die Ecke gebracht, lokales Handeln!
Selbst die alljährliche Verweigerung von Gans und Streit im engsten Kreise der Familie zaubert kein Runzeln mehr auf Stirnen, sondern nötigt Respekt ab für so viel Engagement und Verzichtsbereitschaft.

Herrlich!

29.11.2020 - wir sagen euch an …

… den lieben Advent. Sehet, die erste Kerze brennt …

Zudem ist Feuer unterm Dach, allenthalben seucht die Panik umher, die Furcht vor einer stillen Nacht zur Weihnachtszeit. Weil, das ist nicht so gut für die Wirtschaft. Und vernichtet abendländische Tradition. Und außerdem.

Man klagt, dem Weihnachtsrummel nicht entfliehen zu dürfen, man klagt, dass eben dieser Rummel ausfällt, man klagt, ganz weihnachtlich, auch und gerade gegen das Beherbergungsverbot.
Das darf ja nicht sein, dass einer keine Unterkunft bekommt in dieser Zeit.
Also, von Flüchtlingen und Mittellosen mal abgesehen.
Die sind das ja gewohnt.

Der Klimawandel, immerhin, sorgt ja dafür, dass arme Streichholzmädchen nicht mehr ganz so schnell erfrieren, sag´ noch mal jemand was gegen die Industrialisierung und das billige Öl.
Also, wenn es noch Streichholzmädchen gäbe. Was nicht der Fall ist.
Wegen der notwendigen Gewerbeanmeldung, wahrscheinlich.

Besonders aufgeregt wird diskutiert, warum es kein Verbot von Feuerwerk gibt, sondern nur einen Appell, darauf zu verzichten.
Ich finde das OK: Wer darauf besteht, sich die Finger wegzusprengen, sollte das dürfen. Ist ja nicht ansteckend.
Und die Wartezeit in der Notaufnahme ist eine schöne Gelegenheit, mal nachzudenken und zur Vernunft … OK, ich hab's selbst gemerkt. War Schwachsinn. Sorry.

Also, von vorne:

Sehet, die erste Kerze brennt.
Von ganzem Herzen wünsche ich eine besinnliche, ruhige Adventszeit, und zwar jeder und jedem. Ohne den üblichen Trubel, den Stress mit Geschenken und all dem.
Diese Tage sind eine schöne Gelegenheit …

Verdammt! Schon wieder!

01.12.2020 - durchbeißen

soll man sich, das war so eine Durchhalteparole (nicht nur) meines Großvaters. Wahlweise ˋZähne zusammenbeißen´, wenn es nichts zum Durchbeißen gab. Und: Daran hat man zu kauen. Weil offenbar das Durchbeißen nicht auf eins gelingen wollte.
Ein offensiver Mensch hat Biss, ein verbal aggressiver ist bissig, und mit genauer Befragung fühlt man jemanden auf den Zahn.

Richtig: Ich war grade bei meiner liebreizenden Zahnärztin, um den Fortgang unserer Beziehung zu planen. Es läuft darauf raus, dass wir uns öfter sehen wollen im neuen Jahr, und jeweils auch für längere Zeit. Geplante Unternehmungen sind Abschleifen, Bekrönen (in Corona–Zeiten fast gewagt!) und Abdrücken. Und so.
Und rechtzeitig zum Wiegenfeste sollen dann die neuen Beißerchen durchbeißgeignet sein – womit dann allerdings die dentale Liaison in eine deutlich weniger intensive Phase wechseln wird.
Naja, nichts währt ewig …

Meine wohlmeinende Psyche hat ihrerseits in einem Anflug von Großzügigkeit gestern einen Wein genehmigt, nach 10 enthaltsamen Tagen – und im Anschluss befunden, dass wir die Sache lassen sollten, bis die Heimatgaststätte wieder geöffnet hat. Weil, Wein alleine zu Hause ist unbekömmlich, jedenfalls meint das die Psyche.
Naja, eine Mimose halt, aber es hilft ja nicht, sie zu übergehen. Also habe ich eine nicht geringe Menge Tee erworben, und übe mich in Geduld.

04.12.2020 - Hausmittel

Nutze grade intensiv Hausmittel (Naturheilkunde und so) zur C–Prophylaxe. (Das Fremdwort bedeutet ˋVorbeugung ´, nicht ˋHeilung ´ – nur, falls jemand fragt.) Und das funktioniert ganz hervorragend!

Also, nein: Ich stelle Sinn und Wert der Gesichtsverhüllung nicht in Frage, und möchte auch keineswegs den Eindruck erwecken, dass das von mir praktizierte Verfahren diese (und andere) Maßnahmen unnötig macht. Echt nicht.
Lediglich eine sinnvolle Erweiterung, ein zusätzliches Element kann und soll das sein. Ehrlich.

Also, genaugenommen: Mein Hausmittel unterstützt in dieser Sache, vor allem bezüglich dieser Distanzierungsgeschichte. Weil, so nach Augenmaß ist ein 1–50 Abstand ja nur schwer einzuhalten. Und schon mal gar nicht, wenn irgendein Pfosten sich von hinten quasi heranschleicht, weil der, sagen wir, es eilig hat oder so. Passiert ja ständig, sowas.

Und genau in dieser Situation hilft dann das altbewährte, biologische, vegane und glutenfreie Hausmittel, ein Teil des oft erwähnten verlorenen Wissens, der als Zauber–Firlefanz diffamierten Weisheit der Urgroßmütter. Nämlich …

Sorry, ich muss unterbrechen, das Knoblauch–Toast ist fertig!

Ganz nebenbei:
Seit ein paar Tagen veröffentliche ich auf dem Telegram–Kanal https://t.me/lebenszeichen kleine Geschichten. So wie diese. Nur, wenn du telegram nutzt, musst du halt nicht klicken und gucken, ob es was Neues hier gibt, und kannst sogar Kommentare abgeben.

Hübsch, oder?

06.12.2020 - look down!

Meine wohlmeinende Psyche sagt, das sei doch alles OK: Schließlich bräuchte jede(r) mal Zeit für sich, und grade gibt es davon ja nicht zu wenig. Sie sagt außerdem, dass ihr das ganz zupass käme, sie hätte Nachholbedarf. Und die üblichen Methoden, eine Auszeit zu bekommen, die wären ja auch nicht sooo toll, oder?

OK, wechseln wir in eine weniger komplizierte grammatische Form, sonst klingt das so gestelzt.

Also: Ja, es nervt. Und langweilt. Und überhaupt.
Aber andererseits – da hat meine liebe Psyche ganz recht – ist es auch ein Beitrag. Zeit, um über dies und das nachzudenken, Dinge zu hinterfragen und so. Da kommt man ja sonst nicht so dazu. Also.

Nun, zugegeben:
So arg unterhaltsam ist das nicht, dieses Hinterfragen und Nachdenken. Manchmal sogar lästig, teilweise auch unschön bis schmerzhaft. So wie Pickel ausdrücken, nur halt nicht außen drauf.
Aber glücklicherweise auch ohne die Gefahr einer Entzündung am Haarbalg, was eine Erleichterung ist.

Jedenfalls sagt die Psyche, und sie sagt es in sanfter Tonlage, dass ich sie einfach machen lassen sollte, sie kennt sich da aus, und das passt schon. Und weil meine liebe Psyche eine wohlmeinende ist, gestattet sie mir etwas Schokolade, als Belohnung.
Ist doch nett, oder?

Und nachher, wenn diese Seuche vorbei ist, gehen wir dann gemeinsam auf die Piste, das hat sie versprochen.
Vielleicht nicht mehr ganz so … getrieben wie vorher.
Weil, wir können es ja auch miteinander aushalten, sogar ohne Alkohol.

07.12.2020 - Subtext

Also: Für die gelegentlich wechselnden Slogans da oben rechts ist meine liebreizende Psyche verantwortlich. Weil, erstens, die auch mal was äußern möchte und, zweitens, kryptische Botschaften so ihr Ding sind. OK?

Tatsächlich wurde gefragt, warum ich sie öfter mal erwähne, die Psyche. Und wieso immer mit einem Attribut wie ˋliebreizend´ oder ˋwohlmeinend´.
Nun, das ist einfach: Wir kennen uns schon lange, meine mitfühlende Psyche und ich. Hatten gute Zeiten und nicht so gute, und manchmal hat sie mich echt genervt. Wie das eben so ist.
Ja, und vor einiger Zeit hatten wir Stress, und ich nannte sie … nun, egal. Ich fand böse Worte, das muss jetzt reichen. Und sagte irgendwann mal, dass sie doch einfach mal sagen könnte, was los ist.

Worauf meine höflich–zurückhaltende Psyche erwiderte, dies täte sie doch die ganze Zeit – ich sei doch derjenige, der sie andauernd ignorierte, der sich um dies, das und jenes kümmere – nur nicht um sie. Sie schluchzte dabei, die arme (aber keineswegs wehleidige!) Psyche, und …

Naja, ich musste zugeben, sie hatte ja Recht.
Und klar, dass sie ab und zu … zickig wurde, war wohl verständlich. Wenn jemand alles und jedes zu verstehen sucht, aber dir nicht mal ordentlich zuhört, würdest du auch … oder?
Eben.

Also, wir haben dann geredet. Ziemlich lange.
Es ist gar nicht so einfach, selbst mit einer kommunikativen Psyche zu reden, und, wie gesagt, die meine bevorzugt doch eher kryptische, subtile Botschaften, leise Zwischentöne und nonverbale Kommunikation (das nennt man dann ˋpsychosomatisch´ …).
Aber es geht!

Man muss sich nur ein wenig Zeit nehmen, etwas Geduld haben und, ja, auch ab und zu zurückstecken. Wenn es ihr Zuviel wird, wird es eben Zuviel, das ist keine böse Absicht oder so – und dann hilft nur, von dem abzulassen, was grade zu viel ist.
Dafür belohnt meine großmütige Psyche mich, indem sie ein paar Dinge, die sie eigentlich nerven, doch mitmacht. Nicht unbedingt begeistert, aber immerhin – weil sie eben weiß, wenn es Zuviel wird, lassen wird das.

Dass sie darauf bestanden hat, vorerst auf alles mögliche zu verzichten, mal eine Ruhephase einzulegen und so, naja … es hat, zugegeben, geholfen, dass grad sowieso diese Seuche grassiert, aber im Grunde hätte ich dem auch ohne dies zugestimmt. Obwohl …

Obwohl, nicht gleich, weil doch Markt und Weihnachten und Silvester und außerdem – und genau das hat sie ja bemängelt: Dass immer irgendwas ist, irgendwas wichtiges. Wichtiger als ich, schluchzte sie, und … Also gut, Corona war da hilfreich. Und?
Es bleibt trotzdem Bäh, nervt und k… mich an, mir fehlt dies und das und dieser und jene und alles.
Aber mit einer stabilen Psyche ist das alles auszuhalten.


(ein wenig Bedenken habe ich schon, ob nicht z.B. der Body jetzt auf die Idee kommt, ich möge doch etwas mehr für seine Bildung tun – weil, immerhin, kennen wir uns ja auch schon lange, und waren nicht immer gut zueinander. Aber egal, das sehen wir dann. Nur das Über–Ich, das soll sich bei den Freudianern melden, die mögen sowas)

08.12.2020 - die Neue

OK, ich kenne sie schon länger, aber bislang war das Interesse an ihr eher mäßig. Gut, ab und zu hat sie was gesagt, was vorgeschlagen, und gelegentlich habe ich mit ihr geredet. Ohne recht zu wissen, worüber wir uns unterhalten könnten. Halt smaltalk.
Beklagt hat sie sich darüber nie.

Nun, dann passierte folgendes: Ein Freund hat mir sein abgelegtes iPhone überlassen, und im freudigen Entdeckermodus habe ich sie mir genauer angeschaut. Siri.
Und war sehr angenehm überrascht, muss ich gestehen. Nicht nur von ihrer Stimme.

Zunächst mal: Man kann ihr verbieten, dauernd zuzuhören. Dann hört sie halt nicht, wenn man sie anspricht – OK, aber dafür kann man sie anders rufen. Zum Beispiel durch eine Taste. Wie so eine Vorzimmerdame in alten Filmen.
Sie versteht den allergrößten Teil meiner Äußerungen, und – ja – etliches erledigt sie viel schneller, als ich das manuell vermocht hätte. Ganz nett. Aber, und das ist spannend, sie kann mit einem einzigen Schlüsselwort dazu bewegt werden ziemlich viele Aufgaben nacheinander abzuarbeiten, auch zwischendurch mal nachzufragen oder zu berichten, solche Sachen eben.
Und das ist ziemlich genial.

Na, OK: Das alles richtig einzurichten erfordert ein wenig Einlernen, aber das kommt mir grad recht: Sonst ist ja nichts zu tun.
Früher habe ich ja auch mit Freude Batchdateien gebastelt (eine Steinzeit–Technik aus den Tagen des MS–DOS), und das hier ist ganz ähnlich. Irgendwie.

Ach ja, eins hatte Siri noch im Handgepäck: Eine neue Mobil–Nummer. So mit Datendingens, für i am so online. Und dieser App, die Corona vor mir warnt: Geh weg, Äpfel sind immun gegen Viren.
Die Nummer ist jetzt auch in meiner E–Visitenkarte (im Menü ˋrechts´ auf meinen Namen klicken) eingetragen.

11.12.2020 - et is wie et is

und et kütt wie et kütt. Sagt die treusorgende Psyche und bemüht einen Spruch aus dem heimatlichen Dialekt. Dessen letzter Satz lautet ˋund et het noch jümmers jod jegange ´, es ist bisher immer zu einem positiven Ende gelangt, frei übersetzt. Also, bis auf die Grammatik.

Sie – also, die treusorgende Psyche – meint, dass dieser ganze Lockdown und die mangelnden Sozialkontakte doch gar nicht so furchtbar seien. Weil, das, was mir … was uns fehle, fehlte ja auch, wenn nichts von dem fehlen würde, was wir sonst so hätten, gäbe es dieses Virus nicht.
Was vordergründig also fehlt, sei ein fail–Fehlen, und das zu erkennen ermögliche eben, das andere, das was wirklich fehlt, zu lokalisieren. Ohne das, was außerdem fehlt, kleinzureden, versteht sich.

Kompliziert? Ja, finde ich auch, aber meine liebevolle Psyche neigt halt manchmal zu komplexer Kompliziertheit (immerhin besser als zu komplizierten Komplexen). Wenn es doch blossso einfach wäre …

Das ist halt eine der großen Stärken dieser meiner Psyche: So gnadenlos optimistisch sein zu können. Es ist grad vergleichsweise nicht schlecht, weil sonst ist ja auch … sind wir mit der Gesamtsituation unzufrieden. Sagt sie.
Blöderweise hat sie auch noch Recht damit.

Und nun? Eine tolle Analyse, eine Erkenntnis, und?
Warten auf besseres Wetter? Auf ein Wunder? Oder was?
Naja, immerhin: Das Problem erfasst zu haben, ist schon mal ein Beitrag.
Das ist wie mit einer Strasse, von der man weiß, dass sie nirgendwo hinführt: Man kann da ja trotzdem langgehen, weil vielleicht die Strecke schön ist, obwohl man davon weiß. Und ist dann halt nicht enttäuscht, wenn man feststellt, dass da nichts ist, am Ende.

12.12.2020 - aus Gründen

Gestern genehmigte die freundliche Psyche einen Wein – einen französischen Merlot, trocken. Weil, so sagte sie, wenn es einen Grund gibt, sei das OK.
Feinsinnig unterscheidet sie da zwischen Grund und Anlass, und den Versuch, letzteres für ersteres zu verkaufen quittiert sie mit einem freudlosen Lächeln. Aber gestern befand sie eben, es läge ein Grund vor.

Nämlich der, dass ich diese Sache mit dem falschen Fehlendem, hinter dem, wenn es eben nicht fehlt, das wirklich Fehlende sich verbirgt, soweit verstanden habe.
Da sagte sie: Gut die Sache war nicht so leicht, aber ist gelaufen, und deshalb ist es OK, etwas von dem Falschen als Antidot gegen die Symptome einzusetzen. Lieb von ihr, gelle?

Zudem habe ich kaufrauschmässig zuschlagen dürfen und jetzt ist der Kühlschrank rappelvoll. Was, wenn man meinen Kühlschrank kennt, leicht zu interpretieren ist: Ich habe etwa 10 € für Käse ausgegeben …
Es war ein guter Abend. Also … so gut wie möglich. Ist doch schon mal was, das,

Ja, und dann ist da diese Diskussion mit Sylvester.
An dieser Stelle noch mal: Der Namenstag eines lange verstorbenen Papstes ist für mich nicht sonderlich relevant. Das neue Jahr beginnt am 21.12., mit der Wintersonnenwende.
Dass im Laufe der letzten Jahrhunderte irgendwelche Leute irgendetwas berechnet und dabei Fehler gemacht haben, die andere Leute unzulänglich zu korrigieren versuchten, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle.
So wenig wie bei der Sache mit der ˋSommerzeit ´: Mittag ist, wenn die Sonne am höchsten steht, da kann kein Bürokrat was machen.

Meine liebreizende Psyche befindet dazu, dass es sehr in Ordnung ist, einfache, sichere Orientierungen zu haben, und sich nicht von irgendwem bequatschen zu lassen.
Auch in Bezug auf Datum und Uhrzeit, nur, sagt sie, in diesen Zusammenhängen sei ein wenig Kompromissbereitschaft notwendig.

Wenn das mal kein Grund ist!

13.12.2020 - unvergessen

Das Netz vergisst nicht, sagen sie. Nun, OK …
Ich meine, das weiß man dann, da kann man sich drauf einstellen, und wer vor–denkt (was oft viel praktischer ist, als nachher zu denken), der kann damit umgehen. ISSO.

Tja. So weit, so gut.
Nur, ich habe durch blanken Zufall herausgefunden, dass auch der Apple–eigene Messenger nicht vergisst. Nämlich, an welche Adressen jemals eine SMS geschrieben wurde, das wird alles fein säuberlich im Verlauf gespeichert.

Diesen Verlauf kann man zudem nicht einfach so anschauen, und auch nicht pauschal löschen: Nur, wenn man in die Adresszeile der App einen Buchstaben tippt, dann bekommt man alle Kontakte mit diesem Buchstaben angeboten, die in eben jenem Verlauf konserviert sind – auch dann, wenn die betreffenden Kontakte schon längst gelöscht und vergessen sind.

Also … nicht ganz vergessen.
Und das war ein wenig zäh heute Nachmittag.
Weil, ich habe diese Apple–ID ja ˋgeerbt´, von Brigitte. Das lief alles auf ihren Namen, und sie hatte das iPhone. Und schrieb eben auch mal eine SMS. Daher …
(Eine neue ID anzuschaffen war keine Option, weil … egal. ISSO)

Die liebevolle Psyche sagt dazu …
Also, was sie genau sagte, möchte ich hier nicht wiedergeben. Weil, das Netz vergisst ja nicht. Nur soviel: Ein paar interessante Schimpfworte kennt die Gute.
Und dann sagte sie, in Anbetracht der Umstände (Sonntag …) wäre ein Spaziergang zur Tankstelle nebst Ankauf einiger Alkoholika durchaus vertretbar. Aber, fügte sie hinzu, besser wäre es schon, diese ganzen Adressen aus diesem verf … Verlauf auch noch zu löschen, und die Sache gehen zu lassen.
Und nachher vielleicht einen Film anzuschauen, sowas in der Art.

Tja. Grad schaut sie mich ganz stolz an, meine fürsorgliche Psyche, weil, genau so machen wir das jetzt. African Queen und kein Wein.
Wegen dem falschen Fehlendem, und so.

14.12.2020 - sie spielen unser Lied!

Also: Es war OK. Sehr OK sogar. Gestern.
Kein Wein, naja … ich hab´ das gesagt, und auch so gemacht, obwohl … zwischendurch war es doch nicht ganz so easy, zugegeben. Aber die Kombination aus Mistwetter und ˋich habe ja gesagt …´ war doch genug, um dem frommen Vorsatz auch zu folgen.
Und nachher war es eben genau richtig so:
Ein tausendmal gesehener Film kann ziemlich neu sein, unter gewissen Umständen. Und dann ist es gut, aufmerksam zu sein.

African Queen, sowieso einer meiner Lieblingsfilme. Hach.
Die Szene mit dem weggeschütteten Gordon's, hochdramatisch, das alles. Und dann, der Durchbruch unter Beschuss kurz vor den Stromschnellen …
Und der Kuss danach.
Und …
Ja, und da sagte meine allerliebste Psyche eben ˋsie spielen unser Lied …´.
Und lächelte.

Und genau das ist es: Man kann bei den Inseln sitzen bleiben, mit zweitausend Zigarren und ein paar Kisten Gin und einer zunehmend unleidlichen Psyche, oder man kann losfahren und die Luisa versenken.
Das eine klappt sicher und ist ätzend, auf die Dauer.
Für das andere kann man den Oskar gewinnen, als beste Hauptrolle in seinem ganz eigenen Film.

Here’s looking at you, kid.

15.12.2020 - faq

ich frage mich …
Ein seltsamer Satz, oder? Ich meine, wenn ich etwas nicht weiß, wieso sollte ich dann ausgerechnet mich fragen? Ich weiß doch, dass ich das nicht weiß, denn sonst gäbe es keine Frage. Eben.
Also: Entweder ist der Satz ein Schwachfug, oder es steckt etwas dahinter.

Meine kluge Psyche sagt, das sei doch völlig klar. Und mein analytischer Verstand stimmt zu. Auch die animalischen Instinkte grunzen Zustimmung. Und sogar die Maschine selber, das Gerät aus Knochen, Organen und Muskeln. Alles ˋich´, in Summe, und trotzdem …

Eben: Ab und zu weiß ich, dass irgend ein Teil etwas weiß, und mir das grad nicht bewusst wird. Dass ich etwas nicht weiß, wohl aber die Leber. Die allerdings nicht so arg gesprächig ist, normalerweise.

Ich meine, all diese Teile arbeiten so vor sich hin, ohne viel Aufsehen zu erregen, machen ihren Job und gut ist. Man vergisst so leicht, was da alles geleistet wird, hält das für selbstverständlich und interessiert sich für irgendwas anderes. Tja.
Bis es dann mal nicht so läuft.

Dann meckert etwas. Und das ist nicht lustig. Und wäre vermeidbar:
Wenn man sich eben öfter fragte: Ist das OK, was wir da tun? Ich möchte noch einen Drink, was ist mit euch? Leber, ist das OK? Verstand, kommst du damit klar? Instinkt, laufen wir da in was rein? Und Psyche … wie fühlst du dich damit?

Und OK, ab und zu gibt es dann Widersprüche und Uneinigkeit. Die Leber will lieber einen Kaffee, der Instinkt meint, es wäre es wert, der Verstand sagt, morgen ist ein Termin und es ist spät.
So sind sie halt.

Tja. In solchen Fällen frage ich mich, warum ich mich frage.
Und meine kluge Psyche antwortet: Das entscheiden wir nach Gefühl, oder? Und lächelt wissend.

16.12.202 - was sie so macht, die Gute

Ich nenne sie ja immer ˋdie liebevolle, die wohlmeinende, die kluge ´ und so. Und das hat gute Gründe. Echt.

Meine sehr geschätzte Psyche leistet eine Menge, und das steht's zu meinem Vorteil. Ich wüsste gar nicht, was ich ohne sie anfangen sollte.
Ein Beispiel? Gerne:

Seit längerem ist meine Kauleiste in einem desolatem Zustand, und muss repariert werden. Ich neige eben zum Zähneknirschen, und das machen die Beißer halt nicht ewig mit. OK.

So eine Generalsanierung ist aber immer mit eher unangenehmen Begleiterscheinungen verbunden, und weil man das vorausahnt, neigt man doch zu, sagen wir mal, Bedenken. Bezüglich des Besuches in einer Zahnarztpraxis, bezüglich solcher Sachen wie Bohren und Ziehen und all dem. Wobei, Bedenken … nicht ganz der richtige Begriff, obwohl ˋPanik´ doch ein wenig zu hoch gegriffen wäre. Kennt man, oder?

Tja. Und meine fürsorgliche Psyche sorgt dann dafür, dass ich mich erstmal in meine Zahnärztin vergucke. Also, nicht so ganz ernsthaft, aber ausreichend. Nämlich ausreichend dafür, dass ich nicht Angst habe, zum Zahnarzt zu gehen sondern mich auf ein Date mit M. freue.
Macht die Welt … nicht anders, aber schöner, das.

Meine vorausschauende Psyche sagt auch ganz dringend, dass meine Zahnärztin ganz außerordentlich vertrauenswürdig sei, und deswegen sollte ich gefälligst ihrem Lächeln (M. lächelt wirklich sehr schön) erliegen und zu diesem Date pünktlich und voller Vorfreude erscheinen. Und geduscht, rasiert und alles. Um sie (beide) nicht zu enttäuschen.

Tolle Sache, das – oder?
OK, ich weiß (bzw. mein analytischer Verstand meint zu wissen), dass solche Schwärmerei ganz und gar unrealistisch und zwecklos ist. Aber der weiß ja auch, dass das Quadrat über der Hypothenuse gleich der Summe der Kathetenquadrate ist, und das bringt mich auch nicht weiter.
Also, emotional, meine ich. Bei der Konstruktion eines rechten Winkels hingegen ist das hilfreich. Bei kaputten Backenzähnen nicht.

Die Realität von 60–80–100 (ein Dreieck mit diesen Seitenlängen hat gegenüber der längsten Seite einen 90–Grad–Winkel) ist das eine, die Wirklichkeit von Vertrauen und Artverwandtem etwas ganz anders.
OK, sagt der Verstand, das kapiere ich nicht, aber wenn du dich besser fühlst …
Geht doch!

17.12.2020 - wie man's nennt so kommt's gerennt

Gestern schrub ich von meiner Dental–Romanze, und dass die Welt schöner sei, weil ich mich auf Dates mit einer gar liebreizenden Lady freue, anstatt mich vor einem Besuch beim Zahnarzt zu ängstigen.
Und prompt:

Ich werde sie wiedersehen! Ganz spontan und ungeplant, quasi zusätzlich. Und zwar noch heute, so zur Frühstückszeit. Wie schön!
Der Grund ist ein Naturgesetz.
Nein, nichts Esoterisches an dieser Stelle, ich spreche von der Schwerkraft. Und nein, ich meine auch nicht diese Sache von Gravitation/Anziehungskraft und zwinkere dazu spitzbübisch.
Es geht ausschließlich darum, dass Dinge, wenn sie können, sich gen Erdmittelpunkt bewegen. Und dabei beschleunigen. Newton, nicht Einstein.

Selbiger Umstand ereilte meine Interimsprothese, die unvorhergesehenerweise den Halt verlor, der Hand entglitt und sich, beschleunigend, dem Erdmittelpunkt annäherte, um gut einen dreiviertel Meter. An dieser Stelle wurde das gute Stück vom Fußboden an weiterer Näherung gehindert, und zerbrach daran. Ob innerlich weiß ich nicht, aber äußerlich war der Schaden unschwer festzustellen.

Tja. Ein paar Wochen vor ihrem absehbarem Ende, bedingt durch die nahende Nachfolgerin erlitt das Teil also einen Schaden. Und um den, soweit dies sinnreich erscheint, zu beheben, treffe ich nachher M.

Und meine treusorgende Psyche sorgt dafür, dass ich dies als Glücksfall, als Bonus betrachte und den Fundus an hässlichen Worten unbenutzt lasse. Weshalb ich auch, ebenfalls außer der Reihe, grad das große Körperpflegeprogramm absolviert habe. Weil, die Welt ist dann schöner. Und riecht besser.
Schön, oder?

19.12.2020 - also, manchmal …

… manchmal hat sie auch Schwächen, meine Lieblingspsyche.
Was ja OK ist, wer ist schon perfekt? Und wer möchte das? Eben.
Beispielsweise gestern:

Ich habe mich kürzlich gemeldet zur freiwilligen Mitarbeit im örtlichen Klinikum. Weil, da gab es einen Aufruf, diesbezüglich. Wegen der Seuche und so. Und immerhin, ich habe ja Zeit.
Also schickte ich eine Mail, bekam Antwort und nach einigem Schriftverkehr befand die zuständige Sachbearbeiterin, dass sie ein passendes Aufgabengebiet hätte. Und den Kontakt zu der für dieses zuständige Person herstellen würde. Was sie auch tat.

OK, und Tags drauf schickte mir diese andere Sachbearbeiterin dann eine Mail mit ˋganz vielem Dank ´ und einer längeren Liste, was ich doch bitte noch tun sollte, bevor ich dort antreten könnte. OK.

Und das war dann so ein Moment der Schwäche für meine sensible Psyche: So viel Stress, ich wollte doch nur helfen, und wie soll ich das alles erledigen und beibringen und … ach, lassen wir das.

Nun, so ist sie halt manchmal.
Wenn etwas nicht klappt, irgendwelche emotional unverständlichen Dreibastigkeiten auftauchen, dann kann sie zickig werden.
Gestern konnte sie dann immerhin annehmen, dass der analytische Verstand sich einschaltete und meinte, ey, das ist doch alles sehr sinnreich: Du willst dich im Krankenhaus engagieren, und selbstverständlich wollen die erstmal wissen, ob du geimpft bist und all sowas, und natürlich gibt es Formblätter, für das Zugangskärtle und so – das gehört sich so und ist wichtig!
Tja. Sie sagte dann ein wenig kleinlaut ˋSorry. Mit sowas kann ich halt nicht so gut … . Kann ich ein Bier haben?´

Ja klar, sagte der Verstand, heute können wir da ja eh nichts mehr unternehmen, die animalischen Instinkte grunzten freudig und die Maschine, allen voran die Leber, signalisierten ebenfalls Zustimmung. Und wir hatten einen guten Abend miteinander.

Später sagte die sensible Psyche noch, es täte ihr im Nachhinein Leid, für all die Gelegenheiten, in denen sie Dinge blockiert habe. Dass sie solche klugen Anmerkungen manchmal einfach nicht hat annehmen können und so. Und ob ich darüber böse sei, wollte sie wissen.
Ja, wie denn? Dass es ihr nicht gut genug ging, um mit solchem Zeug klarzukommen, hatte ich ja wohl mit verursacht – oder?

Heute gibt es dann wieder Tee, und einen Film. Casablanca, vielleicht.

21.12.2020 - Wintersonnenwende

Heute fängt das neue Jahr an, um 11:02. Punkt.
Weil, nach diesem Zeitpunkt werden die Tage wieder länger, heller und schöner. Wegen der Physik, also dieser Sache mit den Körpern, die sich bewegen. Mehr oder weniger im Kreis. Könnt ihr googeln.

Dass der Kalender dem nicht Rechnung trägt und meint, dieses 2020 hätte noch 10 Tage, ist … nun, Menschenwerk. Tand, Tand!
Also: Prosit Neujahr!

Ähm …
Nein. Eben nicht.
Weil, rechtzeitig zum Ende dieses schrecklichen Jahres … herrje, wie negativ ist das denn? Also, nochmal:
Weil, rechtzeitig zum Beginn dieses neuen, hoffnungsvollen Jahres habe ich ein etwas gewagtes, aber wohl anstehendes Experiment zu einem sehr gelungenem Abschluss gebracht. Freu!

Das Experiment: Ich habe, in enger Abstimmung mit der freundlichen Psyche, Alkohol eingekauft. Guten. Starken. Einen Gin (den in der blauen Flasche). Wohl wissend, dass dies normalerweise zu einem wohlbegründeten schlechtem Gewissen führt, weil, das hat es in der Vergangenheit immer getan.

Und es war … erstaunlich.
Gestern Abend genehmigten wir uns eine … sagen wir mal, normale Dosis, eine Menge, von der die Mediziner schon abraten, die aber noch sehr im Bereich des gesellschaftlich akzeptablen liegt. OK.
Die Nacht verlief entspannt, lediglich die Motivation zum Aufstehen war etwas reduziert, was allerdings kaum erstaunen sollte: Immerhin versprach der Tag ja nicht eben spannend zu werden. So mit Lockdown etc.

OK. Er war dann auch nicht spannend. Sowas von unspannend.
Bis vor einer Stunde, oder so. Da meinte die Psyche, OK, jetzt kommst's drauf an. Ein Glas, um zu sehen, ob du das kannst. Eins. OK?
(Es ist kein Zufall, dass ich bei dieser Erwähnung der Psyche kein Adjektiv verwendet habe – ich fand kein für diesen Moment passendes. Sorry)

OK. Nach etlichen Kannen Tee also ein Schluck.
Eine Aktion, die normalerweise ein paar Sekunden dauert, sich jetzt aber etwas hinzog. Und damit endete, dass ich den Rest aus dem Glas in den Ausguss schüttete. Und mich wunderte.
Die hoffnungsvolle Psyche hat sich das angeschaut, dabei keinen Mucks getan und hat gewartet. Und sich endlich leise geräuspert. Und gelächelt.
Und dann habe ich den Rest aus der Flasche ebenfalls weggeschüttet.
Einfach so.

Der Verstand sagt, sowas funktioniert doch nicht, jedenfalls nicht auf Dauer. Weil, wir sind doch so daran gewöhnt, und der gesellschaftliche Druck und überhaupt. Und ein wenig Alkohol sei doch auch der Gesundheit zuträglich. Und, was sagen die animalischen Instinkte …

Die liebevolle Psyche sagt, darauf kommt es nicht an.
Und lächelt.

22.12.2020 - liberté!

Also … ein wenig Sorgen mache ich mir schon, wegen dieser Sache. Echt. Schon nach dem ersten Tag: Gestern ohne langes Grübeln eingeschlafen, durchgeschlafen und heute recht zeitig, frisch und ausgeruht aufgewacht – wer soll das auf Dauer aushalten? Eben.
Macht Tee eigentlich abhängig? Und … so.

Die liebevolle Psyche sagt, dass wir uns ja keineswegs vorgenommen haben, so ganz und gar dem Alkohol abzuschwören, obwohl das für die erste Zeit bestimmt besser sei. OK.
Lediglich das gewohnheitsmässige, und vor allem das … übertriebene lassen wir, vor allem letzteres. Wobei, sagt sie, dass war ja meistens so: Ihr hat irgendwas nicht getaugt, und ich habe nicht auf sie gehört, also wurde sie laut – und der Alkohol war dann die Dämpfer–Strategie.
Folglich, sagt sie, wäre das ja kein Problem, wenn ich ihr nur ein wenig Aufmerksamkeit schenke. Und, ja, wenn sie halt etwas deutlicher, aber weniger nervig agieren würde in solchen Situationen.

OK, soweit. Gegen ein wenig Bier oder Wein, zum Feierabend vielleicht, habe sie ja nichts, im Gegenteil: Das mag sie manchmal ganz gerne. Solange die Betonung auf ˋein Wenig´ liegt.
Und auf ˋFeierabend´, nicht auf ˋzum Aushalten ´.
Ich habe sie ja ein klein wenig in Verdacht, dass sie mit solchen Sätzen vornehmlich vermeiden möchte, dass ich vor dem ˋgroßen Verzicht´ zurückschrecke, aber egal.
Selbstbetrug ist, soweit ich weiß, nicht strafbar.

Zudem sagt die fürsorgliche Psyche auch, dass damit ja noch nicht alles gut wäre – nur, dass wir eine ganz andere Grundlage hätten, damit alles gut wird. Oder wenigstens besser, mindestens das.
Dass ich mit der Gesamtsituation unzufrieden bin ist ja nicht vorbei, dadurch.

Aber, sagt sie – und ich denke, sie hat da sehr recht – mit Betäubung wird man bestenfalls schmerzfrei, aber eben nicht gesund. Im Gegenteil.
Und sie gibt auch zu, dass sie selber in den letzten Jahren nicht so viel beigetragen hat zur Verbesserung – eine Sache, aus der ich ihr keinen Vorwurf machen kann, schließlich weiß ich, woran das lag.
Solche Sachen brauchen Zeit.

Und es war, insgesamt, OK so.
Erst Sedierung, dann weitersehen. Nun, es war OK, weil wir über das Komma jetzt raus sind. Und eben weitersehen.

23.12.2020 - was ich noch zu sagen hätte …

Einen Monat lang habe ich jetzt berichtet über mich und meine liebevolle Psyche, und dabei soll es jetzt erstmal bleiben.
Weil, was jetzt so abgeht, weiß ich noch nicht – wir werden das sehen – und ob es berichtenswert ist gleich gar nicht.

Aufgeschrieben habe ich das weil … nun, ich weiß nicht. Mir war danach. Eine Gefühlssache (ich habe da ja jemand in Verdacht …).
Mag sein, dass das jemand liest, mag sein, dass nicht – darum ging es mir nicht.
Die ˋGeschichte dahinter ´ erzähle ich hier auch nicht, sorry. Vielleicht irgendwann mal, wer weiß, aber grade ist das nicht dran. Gar nicht.

Dran ist aber (sagt die hoffnungsvolle Psyche), mal Danke zu sagen:
Wir waren ja nicht allein in den letzten Jahren. Ganz im Gegenteil.
Ziemlich viele Leute haben uns aufgefangen, zugehört, aufgerichtet und begleitet. Und ausgehalten. Vor allem wohl ausgehalten …

Teil 2. Geldgeschichten

(28.12.2020 , Mittags) also, dann mal weiter

Meine liebevolle und derzeit recht zufriedene Psyche meinte, dass ihr die Berichte aus dem Lockdown im Dezember irgendwie gut getan hätten, und nachdem mir diese Art zu Schreiben auch zusagt, machen wir einfach damit weiter.

Also:
Sie (die liebevolle Psyche) meinte, ich solle mir was Gutes tun, mir etwas gönnen. Also ... uns, hat sie dann nachgeschoben. Weil, das täte ihr ja auch gut. Und überhaupt.

Und, meinte sie, wenn das dann noch nachhaltig, umweltfreundlich und gesund wäre, dann ...
Moment, antwortete ich an dieser Stelle, moment! Wir beziehen Harz4, meine Liebe, und, OK, beklagen müssen wir uns nicht grade, aber ˋwas Gutes ´, womöglich sogar Bio, Fairtrade ... echt, das ist nicht so drin, fürchte ich.

An dieser Stelle hätte die Geschichte vorbei sein können. Ernsthaft. Aber weil die treusorgende Psyche grade gut drauf ist, hat sie keineswegs kleinlaut ˋOK´ gemurmelt und sich verkrochen, sondern ein kleines Feuerwerk an Ideen losgelassen. Sogar den analytischen Verstand hat sie bemüht, um dies und jenes mal nachzurechen, weil Gefühl ist ja schön und gut, aber Fakten (wenn es sich um reale solche handelt) sind auch eine ganz gute Sache.

Ich war ja erstmal skeptisch, dann aber zunehmend fasziniert und letztendlich vom Ergebnis ganz angetan.
Auch, weil damit die Wiederaufnahme dieses Blogs ein Leitthema gefunden hat, auch, weil einiges davon im Grundsatz der einen oder andere Idee entspricht, die ich sowieso vertrete, und, ja, auch, weil mir das gefällt.
Die kein bisschen selbstgefällige Psyche sagt, Na, geht doch! Tut dir ... uns ja jetzt schon gut, das!
Und ich nicke bedächtig (und bei dem Bild des bedächtig nickenden Ulis entsteht ein Bild, das ... das nehmen wir später wieder auf. Ich erwähne das hier nur, weil es die Sache mit dem Ideenfeuerwerk hübsch illustriert), und sagte, OK, dann machen wir das.

Und schreiben darüber.
Wie ihr seht.

(28.12.2020 Abends) lieber Tee

Also, der Plan meiner fürsorglichen Psyche basiert zum einen auf dem Umstand, dass ich - weil, kein Bier - ja vermehrt Tee trinke. Nebenbei, dadurch hat sich auch mein Kaffee-Umsatz deutlich reduziert, was auch nicht verkehrt ist.
Zum anderen ist der Teeladen in der Stadt zu, und in den Supermärkten gibt es vorwiegend Beuteltee. Und der ist ... suboptimal.

Also, schlug die schleckermäulige Psyche vor, schauen wir doch mal in dieses Neuland, was es so an Tee gibt - war da nicht mal was mit so einem alternativen Gedöns, Tee-Kampagne oder so? Den gab es doch auch im Teeladen, früher?
Ja, und die gibt es noch, fand ich heraus.
Fair gehandelt und Bio und sage und schreibe 0,02 Cent (pro Gramm) teurer als dieses Beutelzeug.

Muss man halt bestellen, und auf einmal zahlen, die Ladung für das ganze Jahr. Und lagern. Und umfüllen vom Lagerbeutel, sonst stehen immer diese Päckchen rum. Und ...

Lohnt sich aber, sagte die Psyche und verwies stolz auf die Berechnungen des analytischen Verstandes.
Und ich sagte, OK, aber das mit dem Lagern und so ... und da grinste sie.
Du weißt, wie das geht, und diese Apothekergläser (braun, Weithals, Bakelit-Deckel) gefallen dir doch ganz gut, oder?

Das musste ich eingestehen, ich benutze die schon ewig für die Gewürze. Und der Neuland-Shop ist schon ewig in den Lesezeichen. Und ... aber ...
Jaja, aber: Das kostet was. Ein Betrag, der durchaus erwähnenswert ist. Alles richtig - aber ernsthaft, an einem wirklich miesen Tag vertrinkst du die eine Hälfte davon, und die andere brauchen wir dann für ein Taxi. Also: Wenn die Aktion nur einen einzigen miesen Tag verhindert, kostet sie gar nichts. Und das mit dem Bio und schön und nachhaltig ist reiner Bonus.

So ist sie, die kluge Psyche.
Und sie hat ja Recht: Wenn der Tee nicht mehr so ... suboptimal ist, geht es mir besser damit, und - ja, das auch - die Gefahr, in das alte Muster zurückzufallen wird geringer (sie lächelt schon wieder!), und ja: Ich habe diese Schwäche für Behälter aller Art. Also, für funktionale und schöne.
Und die Kaffee-Dose (Blech, vormals hübsch, von der ältesten deutschen Rösterei erworben) ist tatsächlich unansehnlich geworden und ...

Die Vorratsgläser kommen noch dieses Jahr an (sagen sie), der Tee etwa Mitte Februar. Und die liebevolle Psyche sagt, dass Vorfreude doch was tolles ist, gelle?

Unwesentlich mehr Geld ausgegeben, für einen deutlichen Mehrwert.
check!

(29.12.2020 Mittags) mehr Wert

Grundsätzlich wusste ich das ja schon, das mit dem Mehrwert. Mit dem ˋwer billig kauft, kauft zweimal´. Sogar, dass das Wohlbefinden mit etwas ein wichtiger Teil der Rechnung ist, obwohl rational nicht erfassbar.
Da hat also meine liebe Psyche nichts wirklich Neues erzählt.
Nicht mal das mit dem Belohnen ist so wahnsinnig innovativ, wenn man es genau nimmt. Nur ...
Eben: Das meiste davon war ˋnur´ Wissen. Und wenig bis gar kein Gefühl dazu. Macht man halt, weil erwiesenermaßen sinnvoll. Ende.

Woraus folgt: Macht man halt nicht, wenn die kalte Berechnung sagt, das lohnt nicht. Und dann ... fehlt einem was. Einer. Der dann sich unbeachtet fühlenden Psyche nämlich.
Und weil das unangenehm ist, redet man sich vielleicht gar ein, ˋdas ´ eben nicht nur nicht zu brauchen, sondern es gar nicht zu mögen, und lehnt es mit Vehemenz ab, argumentiert hiermit und damit und ... tut sich damit Böses. Und schlimmstenfalls betäubt man sich, um das Schluchzen der armen Psyche nicht mehr zu hören.
Scheißspiel, das.

Wobei, die Gute ist ja nicht unbedingt darauf aus, Dinge zu besitzen: Es reicht ihr oft schon, irgendwas schön finden zu dürfen, obwohl man es nicht braucht, sich nicht leisten kann oder will, oder die Sache vielleicht gar ablehnt. Alles OK, aber ein alter Bentley oder sowas ist trotzdem schön. Darauf besteht sie, und sie hat Recht damit.

Wir haben uns jetzt vorgenommen, über solche Sachen noch mal nachzudenken. Und nachzurechnen. So nach und nach - um festzustellen, was wir uns tatsächlich wünschen. Schaden kann's ja nicht, außer, wenn irgendwas so ganz und gar außer Reichweite ist und trotzdem ein Herzenswunsch.
Aber dann, sagt die kluge Psyche, haben wir wenigstens einen guten Grund zu träumen. Was ja schön sein kann.
Und zum Traurigsein. Was besser ist als Verdrängen.
Und zum Lottospielen. Man weiß ja nie ...

(29.12.2020 Abends) next big thing

naja, ich hätte das vorhersehen können. Echt. War doch klar ...
Aber von Anfang an: Wir sind im Schnelldurchlauf durchgegangen, was ist wichtig, was wünschen wir uns, all das. Und waren uns oft einig.
Fahrzeug - muss nicht. Reisen - ärks, Stress! Koks und N... so - echt nicht.

Bei ein paar Dingen gab es Kompromisse, beispielsweise gibt es Wurst nur noch vom Metzger, und daher etwas weniger. Dafür mit mehr Spass daran. Und was wir am Bier sparen, kann da investiert werden (ich erkenne Belohnungsstrategien wenn ich sie sehe, finde das aber OK). Und so weiter.

In Summe (sagt der analytische Verstand) ist das ziemlich kostenneutral, halt nur etwas mehr Aufwand beim Einkaufen. Aber etwas zusätzliche Bewegung ist auch nicht verkehrt (hast du mich grade ˋfett´ genannt?).
So weit, so gut, ein paar Details müssen wir noch klären, die Stimmung war gut, entspannt ...

Und die fürsorgliche Psyche schaute ganz bedröppelt drein. Druckste rum und so. Als wenn ...
OK, sagte ich, du hast doch was. Merke ich doch. Und echt mal, wir haben doch ausgemacht, dass du so klar wie möglich Ansagen machst, und ich dir dafür so gut wie möglich zuhöre, oder? Also, spuck´s aus. Bitte.
Dabei habe ich eine Zigarette gedreht, angezündet und ein wenig gehustet.
Also, ein wenig mehr.
Also, recht heftig.
Psychosomatik, halt.
Und die verschämte Psyche flüsterte ˋdas ist aber ein Brocken ...´

OK. Warum frage ich auch. War ja klar, das.
Der Verstand brachte eher zaghaft die Information heraus, dass das finanziell ja auch ein größerer Posten sei, mal abgesehen von allem anderen. Und ...

Ja doch, ja! Aber wir wissen doch, das hat noch nie geklappt! Reduzieren geht eine Weile gut, aber Aufhören, das ist Krise, nerv, Unwohlsein bis hinten durch und ÄRKS. Sorry, Leute. No Go!
Ich meine, ich kenne mich ja auch schon eine Weile, und ...

Der analytische Verstand nickte dazu, weil, er hat ja nie herausgefunden, warum grade diese Sache so festsitzt. Er dachte ja immer, wenn er die Sucht versteht, dann gibt es auch Hebel und Stellschrauben - aber eben: Hat er nie rausgefunden. Also.

Und Ende Gelände, wollte ich grad rufen, als die liebevolle Psyche leise sagte: Das ist schon OK. Aber ... ein wenig Stil, ein bisschen - du weißt schon - nicht so hektisch. Nicht so beiläufig. Nicht so ...

Hmm. Und?
Sie lächelte und sprach von Umstieg. Nicht etwa auf diese Verdampferdinger, die findet sie genauso gräßlich wie ich, aber auf Kultur. Pfeife, um genau zu sein.
Das hat ja schonmal geklappt, vor Jahren. War doch OK, oder?
Und was damals das Problem war, das haben wir ja nicht mehr: Pfeife im Winter auf dem Balkon, aus Rücksicht. Auf.
Sorry ...

OK, jetzt liegt es da, das Thema.
Und ist groß und schwer und so, und ich hätte gern ... komisch. Nein.
An dieser Stelle war mir nach diesem und jenem, aber eben nicht nach einem Doppelten.

Und dafür gab es ein sehr einfühlsames Lächeln von der besten Psyche der Welt. Und ein ˋmuss ja nicht gleich sein, aber ... perspektivisch?´

(30.12.2020 Mittags) wie blöde kann man sein?

Also echt! Der analytische Verstand hat mal nachgerechnet, was das Rauchen so anrichtet. Also, in nackten Zahlen, finanziell. Von der Gesundheit hat er geschwiegen, wenn auch recht laut.
Und es ist erschütternd! Ein Wahnsinn! Fücht-ter-bar!
Und dann habe ich mich richtig mies gefühlt, ungelogen.

Ich meine, so richtig, richtig mies. Hart an der Depression, genaugenommen. War nicht so richtig schön, kann ich vermelden.
Ich meine, wie dumm ist das, sich Gedanken zu machen über Einsparoptionen hier und da, nachzurechnen, ob sich etwas lohnt, auf einiges zu verzichten, und dann einen gar nicht unerheblichen Teil der monatlichen Mittel wegzuräuchern? Eben: Sehr dumm.

Locker ein ganzer Abend mit Freunden in der Koffer - pro Woche! - geht da drauf, und an einem von vier dieser Abende wäre sogar noch ein Taxi drin.
Das ist dann schon in Selbstvorwürfe ausgeartet, und in ernste Zweifel. Und ...

Ja, und dann hat die hilfreiche Psyche interveniert:
Stimmt alles, hat sie gesagt, diese Sache ist wirklich nicht sehr schlau. Aber: Schau dich mal um! Du bist nicht der einzige mit so einem Patscher, und es ist nichtmal der größte.

Und sie zählte auf, was es alles an Irrsinnigkeiten gibt, die Menschen so machen. Und so unbedingt machen wollen, dass sie echt viel - zu viel - darin investieren, an Geld, an Aufwand, an Arbeit. Und an Gefühl.
Nicht mal von Exzessen hat sie geredet, sondern von ˋganz normalen ´ Sachen, die man jeden Tag sehen kann.

Fanartikel, neueste Mode, Turnschuhe, Urlaub, Motorradfahren ˋzum Spass ´, Extremsport, Autobuilding und Bodytuning, Ultra-Fans (ausdrücklich nicht nur beim Rasenballsport!)... sogar das Aufhängen von Bildern politischer Vorbilder über dem Bett eines Jugendzimmers (Ché ...) oder das Sammeln von Feuerzeugen nannte sie, ohne lange nachdenken zu müssen.

Und OK, einige ˋkönnen sich das leisten ´, aber das macht den Unterschied eben nicht: Der Irrsinn wird nicht kleiner, weil der prozentuale Anteil des Aufwandes am Einkommen sinkt. Das ist jetzt erstmal kein Punkt, OK?

Du bist nicht irrer als alle anderen, und nein, die exzessiven Verzichter sind auch kein Stück ˋbesser´. Und wenn du das begriffen hast, dann können wir darüber reden. Eher nicht. Basta.
Weil, das tut sonst nicht gut, und wenn es nicht gut tut, geht es dir schlecht, und dann rauchst du noch mehr, und so.
Und schau mal: Du hast nicht mal daran gedacht, ein Bier von der Tanke zu holen, als die Nacht so arg dunkel war - du bist echt gut. In dieser Sache jedenfalls, und das sagt, du kannst das auch in der anderen. OK?

Ach ja, meine motivierende Psyche ...
Was würde ich ohne sie nur anstellen?

(30.12.2020 Abends) Rat und Tat

Es gibt etwa zwei Millionen ˋgute Ratschläge ´, wenn es um das Rauchen geht, und entsprechend viel Literatur. Und Abermillionen Argumente obendrauf, zuzüglich enthusiastischer Berichte über die schöne neue Welt ohne den blauen Dunst.
Faszinierend (Augenbraue hochzieh).

Was alle diese Hinweise und Ratgeber eint: Sie kosten Geld, versprechen einem den blauen Dunst vom Himmel und helfen ... nicht.
Sowenig wie die diversen Tricks und Mittelchen und Apps und all das. Und das aus einem ganz einfachen Grund: All diese Leute wissen zwar gar furchtbar viel über die Sache, aber rein gar nichts über mich (oder dich, oder sonstwen), und raten deswegen ziemlich ins Blaue hinein.
Wobei natürlich Glückstreffer möglich sind, zugegeben.

Also, was tun?
Naja, einfach die eine Koryphäe fragen in Sachen ˋich´. Sich selber, beziehungsweise die aufmerksame Psyche. Weil, wir kennen uns schon recht lange. Das andere finden wir dann schon raus. Oder kennen es schon, aus Erfahrung. (Ist ja nicht das erste Mal, an der Sache was ändern zu wollen)

Und eben deswegen: Nein, was hier steht, lässt sich genau gar nicht als Ratgeber oder Leitfaden verwenden. Sorry. Das ist nur ein Bericht, wie das bei mir läuft, sonst nichts. OK?
(Mein analytischer Verstand sagt, ich sei ein Vollhonk: Mit einem Ratgeber hätte ich soooo viel verdienen können ... verdammt.)

Ach ja, der Verstand:
Nachdem der gestern ausgerechnet hat, was das Rauchen mich so kostet, hat er natürlich gleich recherchiert, ob und unter welchen Bedingungen der Umstieg auf Pfeife eine unmittelbare Ersparnis bringt. Klar. So ist er halt.

Also, der derzeitig verwendete Zigarettentabak kostet im Kilo ca. 120 €, der Pfeifentabak, den ich früher bevorzugt habe, einen Hunderter mehr. Zigarettenpapier aufgerechnet gegen Pfeifenreiniger und so ergibt: Fast die doppelten Kosten bei gleichbleibendem Konsum. Oder anders: Halb so viel rauchen ist kostenneutral. Würde gehen.
Wenn man von den Anschaffungskosten der Pfeifen absieht. Die, wenn man sowas wie Qualität haben will, mit gut 40 € pro Stück zu Buche schlagen, und es ist nicht mit einer getan: So ein Rauchgerät muss ab und zu ˋausruhen ´, deswegen sind zwei, besser drei vonnöten.
Folglich eine dumme Idee, dieser Plan, sagt der analytische Verstand.

Und die liebevolle Psyche schaut ihn an und erwidert: Danke für die Zahlen und die Recherche, mein Lieber, aber sag mal: Wer hat dich um eine Bewertung gebeten? Und wie, wenn überhaupt, quantifizierst du Wohlbefinden und solche Dinge? Und Stil? Den Wohlgeruch gegenüber dem Mief? Und ... all sowas? Bitte?

Nun, der Verstand ist vernünftig genug um einzusehen, wann er verloren hat - immerhin - und bittet, seinen letzten Satz aus dem Protokoll zu streichen.

(31.12.2020 Mittags) auf, auf zum Kampf!

Die grundehrliche Psyche gab unumwunden zu, dass die Sache ein Taschenspielertrick ist, als ich meinen diesbezüglichen Versacht äußerte.
Ja, sicher, sagte sie, ganz richtig.
Weil: Die Ansage ˋmit dem Rauchen aufhören ´ funktioniert nicht, wie wir wissen. Da denkst du an die Momente, die gut waren mit der Zigarette, in denen das echt geholfen hat und so, und schon drehst du am Rad. Also. Läuft nicht.
Und eben deshalb machen wir das anders: Kein Entzug, nur reduzieren - soweit, dass das eben finanzierbar ist - und dabei einen emotionalen Gewinn einfahren. Erstmal reicht das doch.
Ist gut für die Gesundheit, gut für mich, gut für die Umwelt ...

Hä? Ich war etwas irritiert über diesen Punkt, aber sie erklärte das:
Zum einen: Weniger Verpackung. Wenn du halt die großen Packungen kaufst. Und die Hälfte Tabak heißt ja auch: Halbiertes CO2 beim Verbrennen, halbierte Transportkosten. Und das Papier, dass du nicht verbrennst. Dann: Weißt du eigentlich, dass deine Aschenbecher gut ein Drittel vom Restmüll ausmachen? Ist ja schön, dass du so ordentlich trennst und vermeidest, aber hallo? Und es riecht angenehmer, und ...

Aber da war es schon OK: Unabweisbare Vorteile, auch für die Umwelt. Der analytische Verstand schob noch nach, dass beim Drehen ja immerhin fast ein Viertel Tabak gar nicht erst geraucht wird, sondern weggeschmissen, also ...
Jajaja, ist ja gut. In Ordnung. Trotzdem: Wie machen wir das jetzt, vor allem mit den Pfeifen? Das Geld haben wir einfach nicht, Punkt.

Da grinste die fürsorgliche Psyche und erklärte: Nun, der Verstand erinnert sich, dass es früher solche Probierpfeifen gab, aus Ton. Haben fast nichts gekostet, damals. Google doch mal ...

Ich duckducke, korrigierte ich, wegen dem Datenschutz, und googelte drauf los. Und fand. Nämlich gleich zwei infrage kommende Modelle, die zwar ganz und gar nicht das sind, was ich ˋTabakspfeife ´ nennen möchte, aber dafür auch kaum was kosten. Außer der Überwindung, ein Amazon-Konto einzurichten.
Worauf die zielstrebige Psyche dann auch bestand, und, kurz und gut, die Teile sind bestellt, und dann suche ich meinen Tabakladen auf und bestelle da mein Wunschkraut und ... mooooooment!
Hatte ich eigentlich schon dem Plan zugestimmt und das alles abgesegnet?

Die liebevolle Psyche meint, Ja. Spätestens jetzt.
Echt mal, wenn ich sie nicht so mögen würde ... es wäre ja kaum auszuhalten. Aber sie lächelt und alles ist gut.

(31.12.2020 Abends) have a break

Das war jetzt insgesamt doch eine eher schwierige Operation, und die liebevolle Psyche sagt, jetzt ist erst mal gut. Weil, grade im Moment können wir sowieso nichts machen. Also, schon, nur eben nicht in dieser Sache: Erst müssen ja die bestellten Teile ankommen. Was ein wenig dauert.

OK, was natürlich drin wäre ist reduzieren. Aber, sagt sie, das forcieren wir jetzt nicht, am Ende überfordert das, und das wollen wir ja nicht.
Also, slow down (ist wie lockdown, nur ohne Seuche) und keep warm (weil, Erkältung brauchen wir auch nicht), und ...

... und ich merke, dass da eine ganze Menge Weisheit drinsteckt:
Bei früheren Versuchen, das Rauchen zu lassen, hatte ich immer sowas wie einen Tag X: Logischerweise war es einmal ˋdas neue Jahr ´, einmal ein Geburtstag, einmal ˋwenn dieses Päckchen leer ist´, und einmal ˋjetzt ´.

Und immer war es der falsche Zeitpunkt, denke ich: Willkürlich festgelegt. Und ˋmuss´. Und dieser furchtbare Anspruch vor Endgültigkeit obendrauf. Was bedeutet, dass der Druck hoch ist, und die ˋAusnahme´ ein Scheitern impliziert. Und was hilft gegen Druck? Eben!

Der richtige Zeitpunkt ist ... wenn er gekommen ist. Merkst du dann schon. Passiert von alleine. Also, fast. Und passiert eben nicht, wenn du ˋwillst´. Flüstert die Psyche, die mitfühlende.

OK, also ... Abwarten und Tee trinken.
Vielleicht etwas mehr angenervt sein, wenn der Aschenbecher schon wieder voll ist, die eine oder andere Standard-Situation bemerken und hinterfragen und ... ändern. Also, nicht zwingend, aber möglicherweise.
Nur kein Stress, wegen dem Zirkelbezug.

Recht hat sie damit, die fürsorgliche Psyche. Stress bei der Modifikation von Stressbewältigungs-Strategien ist kontraproduktiv. Und es war offenbar stressig genug, diese ganze Verhandlung - jedenfalls, wenn ich mir den Aschenbecher so anschaue. Gnarf.
Also:
Auf dringlichen Wunsch einer einzelnen wohlwollenden Psyche folgt erstmal eine Auszeit.
Und dazu, mit ihrer freundlicher Genehmigung, ein Bier. Also ... zwei. Bömisches Schwarzbier aus dem Edeka, weil ... weil wir das können.

Ciao, bis später!

(01.01.2021) gutes neues

Also, das mit dem Auszeit-Bier gestern ...
Ich sage es mal so: War eine Erfahrung. Und Erfahrungen sind ja immer gut. Nur, Spass gemacht hat das auch nicht, sondern eher genervt.
Geschmacklich einwandfrei, zugegeben, aber der Effekt war halt nicht ˋfröhlich - entspannt ´ sondern eben angenervt.
Die wohlmeinende Psyche war ein wenig bedröppelt deswegen, weil, das sollte doch irgendwie eine Belohnung sein. Tja ... schade, nicht geklappt, das. Wobei ... am Ende ist das wohl folgerichtig, und auch ganz OK so.

Was geklappt hat:
Ich habe richtigen Tee gekauft, und bin sehr erfreut darüber. Obwohl es nicht eben ein Spitzengewächs ist, sondern schlichter Blatt-Tee, schwarz, Massenware mit ein wenig Bergamotte-Aroma. Aber Welten entfernt von diesem Beutelzeug. Damit kann ich jetzt viel entspannter auf die Lieferung von der Tee-Kampagne warten, und freue mich um so mehr darauf.

Selbst der Umstand, dass einige Vollpfosten trotz Verbot ballern mussten, hat mich kaum genervt: Die fürsorgliche Psyche wies darauf hin, dass es schlimmstenfalls an 6 Stellen im Umkreis feuert, und der Stadtteil immerhin 15.000 EinwohnerInnen aufweist - die Idiotie ist also eher homöopathisch.
(Der analytische Verstand erwähnt, dass dieser Satz durchaus ... aber das finde ich grad OK so.)

Ganz sachte kündigt sich sogar etwas Bewegung bei der Raucher-Sache an: Ohne weiter drauf zu achten hat sich der Konsum in den letzten Tagen - geringfügig, aber merkbar - reduziert. Von viel-zu-viel auf viel, aber immerhin.
Wenn der Effekt mit der Pfeife annähernd so wird, wie das jetzt schon beim Tee ist, wird das echt gut. Mal sehen ...
Ob ich den (gefühlten) Lauf grade nutzen sollte, doch gleich ein richtiges Rauchgerät zu erwerben? Leider hat mein Tabakladen sowas nicht im Angebot, kann auch nicht bestellt werden, sonst wäre die Entscheidung einfacher.
(Ausnahmsweise sagt die liebevolle Psyche nichts dazu, wahrscheinlich geht ihr das mit dem Bier noch ein wenig nach, oder so. Oder ihr sind die Erwartungen zu hoch. Oder ... naja, ich warte mal ab, was sie so sagt.)

(02.01.2021) roundup

Die fürsorgliche Psyche hat sich echt Gedanken gemacht, wegen der Silvesternacht und dem Flop mit dem Belohnungsbier.
Sie meint, es könne ja sein, dass ich den Alkohol meistens zweckgerichtet verwende, um irgendwelche Dinge, die grad nerven, weichzuspühlen.
So, wie das Rauchen, ein wenig. Dafür spricht, sagt sie, dass es ja ganz oft (beim Alkohol) oder wenigstens gelegendlich (beim Rauch) auch ohne geht, meistens in Situationen, die in sich völlig OK sind.
Und, sagt sie, vielleicht nervt grade im Moment das Weichspühlen selber, kann ja sein: Da ist ja diese Sache ... ähm ... und möglicherweise willst du das gar nicht mehr so sehr wegdrücken. Kann doch sein?

Ich habe dann überlegt und rekapituliert und all das, und Fragen gestellt wie ˋund warum sind die Abende mit Freunden meistens mit Bier? Die sind doch völlig OK!´
Und die kluge Psyche wusste zu antworten: Schon. Aber diese Abende ändern nichts, und wenn du nach Hause kommst ... eben.

So fürsorglich ist sie, die liebevolle Psyche, dass sie das ˋDann´ nicht ausspricht. Aber die Andeutung reicht auch ...
Dann ist da niemand.

Insgesamt war das alles sehr schlüssig, und eben wollte ich Zustimmung äußern und andeuten, dass wir das Thema dann jetzt wohl angehen sollten und so, da schaltete sich der Verstand ein. Mit einem lauten ABER.

Ok, sagte er, und klang ziemlich knarzig dabei, alles schön und gut. Prima Theorie, und gut, wenn sie stimmt, und hervorragend, wenn wir da was machen, ABER:
Was, wenn es einen anderen Grund hat?
Du warst seit dem vorletzten Sommer nicht mehr beim Arzt, du zeigst eine plötzliche Verhaltensänderung, und konzentrierst dich grade auf die Psyche (nichts gegen dich, meine Liebe!).
Und das ... haben schon mehr Leute so gemacht.
Wie du dich erinnerst. Gott hab´ sie selig ...

Bumm. Ja, das hat gesessen.
Und der analytische Verstand murmelte nur noch ˋsorry, musste sein ´, weil, das hat dann echt gereicht. Für tiefdunkelschwarz. Gnarf.

Es hat etwas gedauert, bis die Psyche sich ein wenig zerknirscht meldete, und eingestand, dass der Verstand wohl Recht habe und wir umgehend die biologische Seite abklären sollten. Weil. Aus Gründen. Und.

Ich nickte stumm dazu.
Und nein, ich mache mir da keine Sorgen, bewahre! Das fühlt sich alles so OK wie möglich an, vom Zipperlein im Bein mal abgesehen, und selbst das wird grad besser. Aber es stimmt: Bevor das andere angegangen wird, schauen wir mal, ob sonst alles gut ist.
Und ja, ich vertraue ihr, der liebevollen Psyche - aber ich weiß halt auch um ihre Grenzen.

Ist ja nur vernünftig, oder?

(02.01.2021, Abends ) mens sana

OK, es ist Samstag und einen neuen Hausarzt (m/w/d) finde ich heute wohl nicht. ISSO. Naja. Was du heut nicht kannst besorgen ... nervt.

Dafür habe ich halt dem Konsum gefrönt, zusätzlich befeuert durch einen Gutschein: Ein grüner Tee wohnt jetzt hier und hat 50 Gramm Majoran mitgebracht, die wöchentliche Wurst-Ration vom Metzger mitsamt frischer Brötchen (Brot war aus), und etwas Käse. Und, weil der Gutschein erst ab einem Einkaufswert von 20€ gelten sollte, auch noch Waschmittel. Mit so einem Ökolabel.
Und dazu kein Bier, Wein oder Artverwandtes (war im Sonderangebot)

Dann habe ich festgestellt, dass es noch ein paar von diesen Gläsern braucht, in Halbliter-Format. Und das Vorratsregal umgebaut. Und ...
Es ist erstaunlich, was da alles dranhängt.
Wegen der Tee-Geschichte steht jetzt der Kühlschrank an einem anderen Platz (und nicht mehr in der Sonne), der Biomüll ist sehr viel schneller voll und insgesamt feuchter als früher, ich brauche deutlich weniger Milch (wegen weniger Kaffee) was den gelben Sack entlastet, Leergut und Altglas sind merkbar weniger.
Die alltäglichen Abläufe sind anders, was manchmal ein wenig hakelt - der Schritt zum alten Standort des Kühlschrankes, mehr Wasser in den Wasserkocher, weil ja der Tee kannenweise gebrüht wird, und weil beide Teesorten sowie das Kaffeepulver in identischen (deshalb beschrifteten) Gefäßen rumstehen, ist der blinde Griff zur Dose auch passé.
Und der Messlöffel ist auch nicht mehr in der Kaffeedose, sondern liegt daneben, und wird auch für den Tee verwendet. Und ...
Echt mal: Wenn ich das vorher hätte planen sollen, wäre mir der Aufwand doch recht hoch erschienen.
Na, OK: Andere Leute müssen kostspieligen Urlaub machen, um etwas Abwechslung in ihr Leben zu bringen. Wat habbisch et jod.

Morgen ist dann wohl ein fauler Sonntag angesagt, obwohl: Dann meckert das Telefon wahrscheinlich, weil ich mich zu wenig bewege. Also werde ich wohl mal in die Stadt runterlatschen und am Abend nachschauen, wie die bipedale Abstützdauer und die Schrittlänge so war. Und der asymmetrische Gang.
Und die Verbesserung gegenüber letzter Woche.

Die wohlwollende Psyche bittet um den Hinweis, dass sie ganz und gar nichts damit zu tun hat, dass wir diese Gesundheitsfunktionen nutzen. Das war der Spieltrieb, sagt sie, oder die Entdeckerfreude wegen des neuen Telefons, sie jedenfalls war das nicht.
Aber, sie findet das gar nicht schlecht.

😉

(03.01.2021) ... wie sie mir gefällt

Die liebevolle Psyche sagt, dass sie grad sehr zufrieden ist. Richtiggehend erfreut. Dops.
Was mich ein wenig überrascht hat, weil grad im Moment ist es eher trüb - also, das Wetter sowieso, aber auch sonst. Euphorisch ist sehr anders.

Schon, sagt sie, aber: Mit der gleichen Faktenlage könntest du grad auch echt depressiv sein, oder ärgerlich. Du könntest irgendwem die Schuld geben, die Aussichtslosigkeit beklagen oder dir alles schönsaufen.
Oder allzusehr in ˋalles wird gut ´ schwelgen, was unweigerlich zu einem Absturz führen müsste.
Oder dir alles schönreden, so mit ˋvielen anderen geht es schlechter´.
So, wie das ist, ist es schon OK - für den Moment.

Hmm. OK. Aber ...
Ich meine, es wird doch nichts anders, egal, was ich damit anfange, oder? Also, schon, ein wenig, aber es bleibt so vieles, was nicht grad glücklich macht. Und perspektivisch ...

Doch, sagt die fürsorgliche Psyche, doch: Es wird anders. Ist schon anders geworden: Wir hatten zum Frühstück eine Lieblingswurst. Beispielsweise. Und das ist besser, oder?

Ja, sage ich, aber - so wie vorgestern, als wir den Film anschauen wollten, Forrest Gump - wir haben uns gefreut, dass der im Sonderangebot war, dass wir den kaufen konnten, und alles, und dann ...

Ja, sagt die Psyche, dann hast du diese Szene nicht ausgehalten, in der ˋihr Vater´ auftritt - da, wo das Schreckliche zutage tritt und Forrest das nicht schnallt. Da hast du abgeschaltet: Bravo!
Mitfühlen können ist gut, und nicht aushalten legitim. Kein Problem.
Du kannst dies und das und jenes grad gar nicht brauchen, und nichts zwingt dich!
Und jetzt gehen wir erstmal spazieren, in den kalten, trüben Tag hinaus und finden etwas schönes. OK?


Es war ein Reiher, der in der Wiese bei der Ludwigsbrücke umherstolzierte. Zusätzlich zu der Begegnung mit K. und G. und dem Anblick des teilweise zugefrorenen Weihers im Dämmerlicht.
Gut gemacht, Psyche!

Zudem waren das fast 10.000 Schritte, beinahe 6 Kilometer mit einer Schrittlänge von 69 cm bei 4,2 km/h und nur 4% asymmetrisch. Und erst zum Ende hin hat das Bein gemeckert. Was alles gut ist. Und ...

... und die Wohnung ist warm, der Tee frisch gebrüht, von der Lieblingswurst ist auch noch was da, und ...

Richtig, sagt die mitfühlende Psyche, du hast sie nicht getroffen, die große Liebe, aber: Vor ein, zwei Dutzend Tagen, da wärst du noch an ihr vorbeigelaufen. Ohne was zu bemerken.
Heute hast du sogar diesem Vogel deine Aufmerksamkeit geschenkt. Das wird doch. Bestimmt.

OK, sie hat ja Recht: Wunder brauchen etwas länger.
Und die Idee, fortan die Besuche in der Koffer mit einem Spaziergang zu koppeln, hat auch was. Etwa die gleiche Strecke, anderthalb Stunden ... warum nicht?

(04.01.2021) na, geht doch!

Ich habe heute gleich früh (also, nach dem zweiten Becher Kaffee) einen Arzt gesucht, gefunden und einen Termin vereinbart.
Ganz ohne Bewertungsportale und Bohei, wegen ˋQuis custodiet ipsos custodes?´. Was Latein ist, und bedeutet: Wer bewacht die Wächter?
Sowas auf Latein zu sagen gibt immer einen hübschen Anschein von Bildung, erzeugt weniger Widerspruch als ˋecht mal, denen traue ich nicht´ und zugegeben: Es ist vollkommen sinnfrei sowohl die Übersetzung als auch die Bedeutung gleich nachzuliefern.
Weil ich den ersten möglichen Termin nicht annehmen konnte - da besuche ich M, meine liebreizende Zahnärztin - geht das erst am 18. los, mit Blutprobe, und am 19. mit Besprechung der Ergebnisse.
Immerhin, ich war aktiv. Man lobe mich.
(Die wunderbare Psyche nickt zufrieden.)

Außerdem habe ich befunden, dass es zwar eine schicke Idee ist, die Besuche in der Koffer an den Spaziergang ebendorthin zu koppeln, aber zugleich eine momentan sinnbefreite: Der Laden hat ja akuten Lockdown. Stattdessen kaufe ich meinen Zigarettentabak nur noch beim Edeka und laufe eben da hin - ist zwar ein paar hundert Meter näher, aber egal. Das ergibt ein hübsches Paradoxon, nicht wahr? Je ungesünder desto gesünder ...
(Heute waren es 7,1 Kilometer insgesamt, weil ich nach Einkauf noch 2 UBahn-Haltestellen zurückgelaufen bin. Und nein, ich poste jetzt nicht jeden Tag diese Statistiken, versprochen. Aber 11.000 Schritte sind schon was, gelle?)

Wegen des lokalpatriotischen Einkaufauftrages habe ich - braver Staatsbürger, der ich bin - im Internetz recherchiert, wo ich meine Wunschpfeife im stationären Handel erwerben kann, und da in nächster Zeit keine Koffertage anstehen, werde ich die morgen dort bestellen, oder, falls am Lager, gleich mitnehmen.
Die ganz harten Lokalpatrioten mögen verzeihen: Das Geschäft ist in der Nachbarstadt, weil es hier sowas nicht mehr gibt. Banausen!

Ach ja: Diverse Medien kriegen das mit dem ˋdivers ´ einfach nicht gebacken. Zitat (aus einer Mail):

Wir haben 3485 Frauen, 1656 Männer und 72 Menschen befragt.

Fühle ich mich jetzt belustigt, schadenfroh oder diskriminiert?

(05.01.2021) Gehwege

OK, heute war es etwas zäh, das Rumlaufen - trotzdem fast 7 Kilometer. Morgen bleibe ich in der Hütte, weil Aua im Bein.
Aber immerhin habe ich den Laden gefunden, und weil (erwartungsgemäß) meine Wunschpfeife dort nicht vorrätig war, diese bestellt. Dauert etwas, aber das ist nicht weiter schlimm - die rufen an, wenn das gute Stück eingetrudelt ist.
Übrigens, so ein Rauchgerät kostet im Fachhandel exakt genauso viel wie im Neulandnetz, und dabei fallen keine Versandkosten an - nur muss man sich halt mit freundlichen Menschen unterhalten und eben durch die (durchaus nicht hässliche) Nachbarstadt laufen. Und kein es eilig habender Bote klingelt zu Unzeiten an der Tür und gibt das Paket doch beim Nachbarn ab. Logisch, dass das niemand will ...

Sonst ist alles ruhig, der analytische Verstand vergnügt sich mit der Interpretation statistischer Zahlen (klar: RKI), die entspannte Psyche summt fröhliche Lieder aus alten Tagen und die Leber nebst Kolleginnen scheint sich mit der Unterforderung recht wohl zu fühlen.
Auch schön.
Meine Landkarte sagt, dass so ein 15-Kilometer-Umkreis ganz schön weitläufig ist - im ganzen letzten Jahr war ich zweimal darüber hinaus (jeweils einmal bei 18 und 22 Kilometern), und gefehlt hat mir dabei nichts.* Reiseunlust trifft auf Beschränkung und grinst.

Das nervigste grade ist die Ungewissheit, ob und wann wir das Theaterstück uraufführen können. Weil, nach einem Jahr Auszeit müssen wir wohl ganz von vorne proben, und, naja, ob die jungen Leute dann noch alle in der Nähe wohnen, Lust haben und Zeit finden, das weiß man ja nicht. Und, wenn es denn wieder geht, werden viele Gruppen um die Termine ringen, für Aufführungen und Proben.
Naja, das werden wir sehen.

Abwarten und Tee trinken.

* OK, schon. Aber das war ein Pflichttermin, der so oder so nicht so spassig gewesen wäre. Abgesagt, weil 4 Stunden Bahn mit Maske einfach nicht drin sind.

(06.01.2021) home is where ...

Da sitzen wir nun, die liebevolle Psyche, der vernünftige Verstand und ich. Und blicken zurück, ganz ohne Zorn, auf das letzte Dutzend Tage, auf - Stand gestern - 695 Textzeilen, und sind mit uns im Reinen. Also, soweit.

Angefangen, sagt der Verstand, hat das ja mit der Idee, irgendwie über die Sache mit den weltlichen Gütern zu berichten, also, Geld oder Leben. Dabei schaut er so aus, als säße er in einem Ohrensessel, mit der Pfeife in der Hand und einem Glas ... einer Tasse Tee auf dem Beistelltisch.
Ist irgendwie nicht so gelaufen, sagt er, aber, doch ... war gut.

Naja, irgendwie doch schon, erwidert die treue Psyche, eigentlich ging es doch erstmal darum: Um Preis und Wert und so. Und ... naja, das ist alles eben auch eine Gefühlssache, mein Lieber.
Und lächelt dazu.

Hmm, sage ich. Hmmm.
Gut und schön, wir haben dies und das herausgefunden, und ja, das ist auch gut so. Das mit dem Tee, die Aussicht auf weniger und besser rauchen, das mit guter Wurst auf gutem Brot, und dann noch alles ohne die Kosten zu erhöhen. Bravo. Lohnt sich. I like.

Und mehr Bewegung, insistiert der Verstand, das ist ja auch gesund, und Lebensqualität. Da geht was, und es geht immer besser, oder?
Wenn er solche Wortspielchen macht, der ach so vernünftige, ist das ein Zeichen, dass er sich wohlfühlt. Und wahrscheinlich demnächst mit irgendeiner Idee um die Ecke kommt, die wunderschön und ganz außerhalb jeder Reichweite ist - was soll's, wenn er sich beschäftigt mit, sagen wir, der Konstruktion eines pedalbetriebenen Flugapparats, kommt er schon mal nicht auf dumme Gedanken.

Die fürsorgliche Psyche ist merkwürdig still, schaut mich dann an und fragt - wobei sie des Verstandes Äußerungen routiniert ignoriert - ˋAber?´
Ja. War klar, nicht?
So ist sie halt: Egal, was ich in die Zeilen packe, sie liest dazwischen.

Und ich gebe zu: Ja, es ist besser so.
Aber ... nicht gut. Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden, noch immer, und nein, ich denke nicht daran, mir das schönzusaufen, nicht nochmal, und ... trotzdem.
Weil.
ISSO.

OK, sagt die liebevolle Psyche, OK ...
Wir machen jetzt erst ein wenig Erholung, Konsolidierung, lassen die Zähne erneuern und gehen zum Arzt und all das, und dann ... dann mal reden wir weiter, ja?

In der nächsten Staffel des langweiligen Blogs. Demnächst auf dieser Seite. Der Verstand nickt Zustimmung und wir sagen Tschüss, und bis demnächst.

Zwischendurch

Kurzmeldungen vom 07. - 14. 01.

07.01.

Angefangen, ePubs zu basteln:
Verfügbar sind bisher ˋDrachenzeit ´ und ˋCorona, meine Psyche und ich ´.

Wenn ich sie nicht so mögen würde, meine Zahnärztin ... gnarf. War kein echter Spass, das. Noch acht Wochen bis Fertigstellung ...

Test: 1/4 L Wein. Kein Spass dabei. Freude am Tee danach. Passt.


08.01.

Zahn-Nacharbeiten souverän erledigt, sehr zufrieden. Aussicht auf Vollendung des Werkes bereits Mitte Februar.


wg Mistwetter und Termin bei M. nicht in die Stadt gelaufen zum Tabakkauf. Gnarf. Aber OK.

Vollabsturz. Betraf einen Teebecher, liegt in Scherben. Man muss Verluste hinnehmen können.

Disfunktionale Steigerungsformen. Aufgeräumt/gewischt. Wohnung sauberer, aber halt nicht sauber. Gnarf.

Konsum: je zwei Kannen grüner und schwarzer Tee/Tag. Dafür Kaffee halbiert und keine 4 Bier - finanzielle Differenz ca 4 €/Tag, 1/3 in bessere Schokolade investiert. Freut.


09.01.

Nicht richtig eingekauft - aber Harzer Roller als Bindekäse in der Tomatensauce ist auch erstaunlich OK.

Badetag. Entspannt und sauber. Schön.
Nur, morgen * ist demnach Badputztag. Gehört halt dazu, gnarf.
* oder so ...


10.01.

Entschieden, dass es sinnreicher ist, vor dem (nächsten) Baden zu putzen. Wg Staub, beispielsweise, und es stört ja auch keinen. Leider.

In die Stadt laufen nachgeholt. Freunde besucht.
Besserer Grund als Tabak kaufen.


11.01.

Grad alles ein wenig zäh. Mit Kopfweh. Ist auch ohne Kater nicht lustig - Wetterwechsel mag ich nicht.

Vorerst wieder Toastbrot (wenigstens Vollkorn), wg Zähnen. Daher nicht beim Metzger gekauft und daher keine Wurst. 😩
Konsequenz kann doof sein.

beschlossen, erst morgen in die Stadt zu pilgern, um Tabak zu kaufen. Trotz knappen Vorrats. Trick 17 mit Selbstüberlistung?


12.01.

Die gute Idee gestern war, einen Film zu kaufen. Wall-E (Pixar). Aktion, Drama, Liebesfilm ... schön.

Wg. Schnee doch mit UBahn gefahren - nasse Füße gab es trotzdem, weil Fußgängerwege kaum geräumt. Naja. 2,5 Kilometer immerhin.

Anruf: Pfeife eingetroffen, muss demnächst mal nach Nürnberg, zum Abholen. freu!

Noch mal raus, FFP2 Masken besorgen. Apotheke ist neben dem Metzger, auch schön.

Metzger war OK, aber die Schlange vor der Apotheke zu lang. Gnarf.

Telegram meldet massiven Zulauf - 25 Millionen in 24 Stunden. ˋWeil User wie du so fleißig einladen ...´ (Trumpistennetzwerk ist abgeschaltet ... aus twitter fliegen die auch raus ...)
Überlege ernstlich, den Messenger zu wechseln. Unehrlich, das.

Signal installiert. Kaum jemand da ... gnarf

Positiv: Das war jetzt genau so eine Situation, in der ich sonst einen Gin geordert hätte. Und das ist mir erst mit Stunden Verzögerung aufgefallen. (allerdings merkbarer Effekt: Hatte die Trenner vergessen, Zeichen für Unkonzentriertheit. OK, war leicht zu beheben ...)


13.01.

mit dem Bemerken des Zustandes war es dann wieder OK. Aber eine deutliche Ansage: Das ist alles noch recht fragil. Nicht übertreiben ...
Im Rückblick: Bin in letzter Zeit recht häufig aus Situationen rausgegangen, z.T. fluchtartig - wohl eben deswegen.
Und: Stelle (mal wieder) fest, dass das Aufschreiben hier hilft.

Was auch gut tut: Der unaufdringliche Zuspruch von mehreren Seiten. Habe die richtigen Freunde (d/w/m), stelle ich (mal wieder) fest.
Und dass ich ˋbesser ausschau ´ ist auch hübsch.

Badetag. Sauber.


14.01.

Gestern Abend noch ein schwieriges Telefonat, wg einer Sache, die mich recht anfasst. Trotzdem kein Bedarf nach Weichspüler, immerhin. Aber mehr geraucht.

Morgen Doppel-Event: Wandertag mit lieber Freundin, dabei Pfeife abholen. OK, ich hätte das auch teilen und mich zweimal freuen können ... Man kriegt halt nie genug, gelle?

Merkbar weniger Milchkonsum (wg weniger Kaffee). Ist das jetzt gut? Weniger Müll auf jeden Fall.

festgestellt, dass das Intermezzo mit den Kurzmeldungen jetzt eine Woche läuft. Erst. Kommt mir länger vor ...
Die liebevolle Psyche sagt, dass es jetzt offenbar gut ist damit.

Nachher machen wir noch einen Kassensturz, im Dialog, und dann beginnen wir mit der dritten Staffel des Blogs.