uli moll

...

Marktzeit, unterbrochen

Marktzeit ist Aus-Zeit. Schönzeit. Freizeit.
Also, für mich. Also, meistens. Also ...

Dieses Jahr hatte ich schwer damit zu tun, das wiederzufinden, das Schöne und Freie: Zu viel passiert in diesem Jahr, der Kopf noch voll und das Herz auch nicht so leicht.
Ging aber. Erstaunlich gut sogar. Zwei Wochen lang.

Eingebunden in die bunte, lustige, seltsame und liebevolle kleine Gesellschaft auf den paarhundert Quadratmetern, zwischen Marktständen und Lagerfeuern, Musik und Gaukelei, ganz wunderbar ... die letzten Monate mit Trauer und Aua und Kranksein und allem nachrangig.
Nicht vergessen, klar, das würde sich schon wieder melden, nach Weihnachten, wie jedes Jahr. Dieses ˋreale Leben´.
Dachte ich.

Das tat es nicht.
Mittenhinein in Trubel und Frohsinn ein Anruf, eine Nachricht: Ein Trauerfall im Freundeskreis. Der zweite in acht Wochen.
Und der ganze wundervolle Markt war erstmal grau und kalt.

Aber nicht einsam:
Die Freunde auf dem Platz haben aufgefangen, was aufzufangen war und gehalten, getröstet und gestützt. Alle miteinander. Schön, sehr schön.

24 Stunden Unterbrechung, getrauert, geredet, geschlafen, und heute bin ich wieder auf dem Platz gewesen. Nicht so leicht und beschwingt wie sonst, und ein Teil davon war ... Pflicht? Besser: Nicht-lassen-können.
Und es war gut so.

Der andere Teil, der abends wieder sehr präsent war, die Trauer, anstehende Beerdigung, Verlust und das ... ja, das findet statt. Auch.
Aber nicht nur. Nicht anstatt.

Leben geht weiter, mit Schaden, aber auch mit Freude.
In your face, Gevatter.

Mal wieder ...

... eine neue Erfahrung, die niemand braucht: Mit akuten Schmerzen in der Notaufnahme gelandet, die Schulter. Verschleiß, verkalkt, Aua.
Jetzt mit Schmerzmitteln der besseren Art versorgt, widerwillig, aber notwendig.
Immerhin verbessert das mein Verständnis für Schmerzpatienten. Danke schön.

... neue Geschichten geschrieben. Endlich. Und die sind sogar gelungen (sagen die TestleserInnen). Freut mich. Sehr.
Im Januar (oder so) gibt es das als eBook.

... geträumt. Könnte ein heftiger Absturz werden beim Aufwachen, ja - aber schön, das zu können. Immer noch.
Ein Schatz, von dem Realisten nur ... nicht mal träumen können.

... vertraut.
Und nicht enttäuscht worden.
Danke.

... ganz entspannt im Hier und Jetzt. Von der Schulter mal abgesehen.

... Weihnachtsmarkt.
Leute, Lagerfeuer, Leben, groß, laut, bunt und voll mit Überraschungen. Die nächsten vier Wochen also kein Blog, sondern RL (komm doch mal vorbei, vom 29.11. bis 23.12 täglich von 10:00 - 21:00.

bis dann, dann!

Und als ein Jahr vergangen,

Sim sa la bim, bam ba, sa la du, sa la dim, ihr wisst schon. Der Kuckuck. Aus dem Lied.
Also wieder mal ein Zitat als Überschrift, das wird noch zur Manie.
Und nein, der folgende Text handelt nicht von Vögeln, Jägern oder deren metaphorischer Bedeutung.
Sondern von der Südwand in meinem Zimmer.

Weil, an dieser Wand, vorne beim Fenster, vor dem Heizkörper, da stand in den ersten Monaten hier ein Sessel. Ein alter, roter Liegesessel, der, in dem Brigitte immer gesessen hat, damals.
Und darüber hing das Bild von ihr - ein sehr schönes Bild.
Tja.

Und diesen Sessel habe irgendwann aus Mangel an sesselsitzenden Personen entsorgt, und einige Zeit darauf das Bild abgehängt. Vor einem Jahr? Ehrlich, ich weiß es nicht.
Aber jetzt hängt es da wieder, simsalabim.
Und das fühlt sich so richtig an.
Auch, weil früher dieses Bild über dem Sessel hing, weil Brigitte so oft nicht da war.
Und eben das ist es: Sie ist nicht da. Sie fehlt mir. Ausdrücklich.
Und das ist ... traurig. Aber nicht zu leugnen.

Denn Leugnen, das wäre nicht nur das gute, alte Verdrängen, von dem Psychoärzte dann ganz gut leben, weil das eben nicht gut tut, sondern es wäre - deutlich schlimmer - so etwas wie wegschicken.

Und das will ich nicht.

Gefühlslage

ist nicht eben gut, die.
Aktuell, weil sich letzte Woche ein guter Freund final verabschiedet hat, Herzinfarkt oder sowas. Mit 48, ohne Vorwarnung.
Hätte nicht sein müssen. Nicht so sein dürfen.
Es geht so nach und nach an die Substanz: Zwei Verluste im Jahr, das dritte Jahr hintereinander.

Verarbeiten? Trauern und loslassen und all das? Auf diese wundenheilende Zeit hoffen? Ehrlich mal: Nein.
Das kann und will ich nicht, loslassen und ... vergessen. Akzeptieren, das ganze Zeug, was so erzählt wird.
Obwohl ich das versucht habe, nur ging es mir damit kein Bisschen besser. Im Gegenteil.
All diese Freunde hätten bleiben sollen, und es bleibt falsch, dass sie gingen. Ganz falsch.

Und ja, ich kenne die ganze RatgeberInnenliteratur zum Thema. Und all die klugen Sprüche, die alle möglichen Leute daraus gezogen haben und die alle mit ˋaber du musst doch ´ anfangen.
Und nein, ich muss nicht.
Danke schön.

Ja, das ˋLeben geht weiter´, OK. Aber es geht eben mit ... unbesetzten Plätzen weiter. Mit den Lücken, mit den Verletzungen, den Erinnerungen.
Kann ja trotzdem ganz schön sein.
Mal sehen ...

Aussortieren

Wie das eben so ist: Wenn man mit etwas anfängt ...
Ich schrieb ja davon, erst neulich. Veränderung. Und, Überraschung, es gab da eine gewisse Dynamik, eins führte zum anderen, wie das eben so ist. (Anmerkung: Die Dopplung der Floskel ist nicht unbeabsichtigt, danke.)

Die zweite Welle betraf - mal wieder - meine Wohnung und den Besitzstand, also Dinge. Dinge, die hier herumstehen und einstauben, Dinge, von denen ich mal geglaubt habe, sie zu benötigen, die ich zum Teil sogar verwendet habe, damals - und von denen ich mich nicht trennen konnte, bisher.

Nun, es war jetzt mal wieder soweit, ich musste zum Putzeimer greifen. Und dabei mal wieder dies, das und jenes hervorkramen, abstauben und zurück... STOPP! Eben nicht zurückstellen!
Dinge, die jetzt über zwei Jahre hier rumstanden, und deutlich häufiger abgestaubt wurden als verwendet, die können weg.

Gut und schön, einiges davon war teuer, schwer aufzutreiben und nützlich, aber das ist lange her. Und jetzt nervt es nur noch, alle halbe Jahr, beim Rumräumen. Also, ab damit.
(in gute Hände abgegeben, weil, war ja mal teuer, selten und nützlich)

Ein wenig Sentimentalität ist, zugegeben, dabei: Der Dampfentsafter, der Monstertopf, das war mal wichtiges Requisit, damals. Erinnerung ...
Aber welchen Sinn hat ein Topf, in dem man für 10 oder mehr Personen Kürbissuppe kochen kann, wenn man nicht mal drei Leute am Esstisch unterbringt? Eben. Sinnlos.

Nebenbei sind dem Räumen auch ein paar Telefonnummern und Mailadressen zum Opfer gefallen, ein paar Bilder, solche Sachen eben. Dinge mit Erinnerungswert, also ... bei deren Anblick man sich erinnert, dass sie mal von Wert waren.
Was manchmal etwas schmerzlich ist, und eben deswegen nicht immer wieder sein muss: Löschen. Ciao.

OK. Gut so.
Nur, muss ich eingestehen, noch immer nicht durch, das Thema, nicht alles erledigt. Nicht alles losgelassen, verarbeitet, entsorgt.
Da ist noch ein Bild, hinter der Heizung versteckt, das letzte.
Und das, ehrlich, das schaffe ich noch nicht.

Nicht heute.

Der Bart

ist ab. Und nein, das ist keine Metapher, es geht ganz konkret um die real existierende Gesichtsbehaarung. Die musste weichen, weil mir von kompetenter Seite zugeraten wurde, das Haupthaar nicht mehr auf minimale Länge zu kürzen, aber im Gegenzug das Kinn freizulegen. Und weil ich, wenn ich schon um Rat frage, dazu neige, diesen zu befolgen ist er eben ab, der Bart.

Zudem habe ich damit angefangen, den Kleidungsstil zu ändern, weg vom Schwarz, zurück zu blau. Hosentechnisch. Weil.
Das ist mir zu düster geworden mit der Zeit, zu eingeengt. So eine Änderung im Erscheinungsbild ist ja auch ein Signal, und ... eben.
(Nur der Hut, der bleibt. Also, erstmal ...)

Kurz und gut, es gibt Veränderungen. Und das ist OK so.
Also ... es wird OK gewesen sein, akut ist es ein wenig anstrengend. Nicht so sehr das regelmässige Rasieren oder die Suche nach bezahlbaren Jeans und das alles, sondern das, was da eben signalisiert wird.
Veränderung ...

Das Düstere war ja ganz OK, eine Zeitlang. Hat gepasst.
Als Grundstimmung. Auch als Show. Und vielleicht habe ich das sogar gebraucht. Aber - es passt eben nicht mehr.
Was jetzt nicht bedeutet, dass ich von jetzt auf gleich fröhlich und albern werde, und so tue, als wäre alles gut.
Weil, ist es ja nicht - aber immerhin so gut wie möglich. Schön, oder?
Und mit ein wenig Glück wird ja alles besser ... noch besser.
Mal sehen.

Und dann weitersehen.

Tage wie diese

Na gut, zugegeben: Schon wieder ein Zitat als Einleitung, und ja: Es werden Erwartungen geweckt, die dann nicht erfüllt werden.
Erwartungsgemäß.

Also: Es regnet, es ist kalt und windig das ist alles soweit ganz OK. Und die Reduzierung der Schilddrüsenhormone (gegen ärztlichen Rat) zeigt Wirkung: Es geht alles etwas besser. Gut.
Ein ruhiger Tag, nette Abwechslung. Echt.

Das Wochenende war ... nun, sagen wir, apokalyptisch. Was vor allem an dieser ˋSingleparty´ lag, die - ohne Vorwarnung - in meiner Stammkneipe stattgefunden hat, und deren TeilnehmerInnen (allesamt aus gutem Grund Singles) sich nicht auf den vorgesehenen Raum beschränken konnten. Sondern gleichmässig Gast- und Nebenraum sowie den Hof belagerten.

So als soziologische Studie oder Inspiration für dystopische Szenerien war das ganz wertvoll, zugegeben, aber ... naja.
Der geplante entspannte Abend in guter Atmosphäre ist jedenfalls dieser Angelegenheit zum Opfer gefallen, und nur der Umstand, dass mein Wirt dabei gar nicht schlecht verdient hat, ist ein kleiner Trost.
Dass ˋSchönsaufen´ bei einem gewissen Klientel ebenso verbreitet wie chancenlos ist, wusste ich schon vorher, aber dieses Wissen mal wieder aufzufrischen mag auch unter ˋnützlich´ verbucht werden.

Die Erkenntnis, dass es viele Singles gibt hingegen war nicht ganz so ermutigend, und die These, man müsse ˋrausgehen und Leute treffen´ um dem Zustand des Alleinseins abzuhelfen, hat ebenfalls einen Knacks bekommen angesichts dieser Szene.
Und nein, das ist jetzt nicht der Grund, warum ich heute zu Hause geblieben bin. Mir war nur nicht nach Rausgehen.

Stattdessen habe ich die Pflanzen vom Balkon reingestellt, was die sicher zu schätzen wissen. Und die Heizung aufgedreht, weil es eben doch recht kühl ist. Herbst, eben.
Passt gut zu Depressionen, aber dazu hatte ich heute auch keine Lust.

ein Loch ist, wo etwas nicht ist.

Tucholsky. Ein lesenswerter Text, und es macht sich ja immer gut, mit einem Zitat anzufangen. Weil, das klingt nach Bildung und Bedeutung und Bionade. Also, wenn man auf die richtige Quelle zugreift.
Und Tucholsky geht immer, selbst da, wo Kafka versagt und Brecht unbeliebt ist. Super.

Tja, also: Das Loch, das aktuelle, ist genau so eines: Etwas ist da nicht. Etwas, was da sein sollte, aber eben fehlt. Mir fehlt.
Und nein, es ist nicht das Loch in der Börse (obwohl das auch immer mal nervt), nicht das in meinem Lieblingspaar Socken, sowas können Münzen und Garn schließlich beheben.

Genaugenommen ist es auch nicht etwas, was fehlt, sondern jemand.
Wobei: Es ist ja keineswegs so, dass da niemand wäre, ganz und gar nicht. Ein wunderbarer Freundeskreis, Sozialkontakte, all dass ... aber.
Eben.

In zwei Wochen hätte ich einen Geburtstag feiern sollen, es wäre das 18. mal gewesen, das ich mitgefeiert hätte und zugleich der Jahrestag ...
stattdessen ist es dann 30 Monate, zweieinhalb Jahre her, der Verlust.

Trauer? Ja, auch.
Aber das Schlimme grade ist das Loch, die leeren Stunden, in denen ich eben nicht auf jemand warte. Und die Heimwege nachts, viel zu spät und ohne schlechtes Gewissen, weil niemand auf mich wartet.
Quo vadis? In meine Wohnung, aber eben nicht nach Hause.
Weil ˋzu Hause ist, wo dein Herz ist´, und solange man dieses nicht an jemanden verliert, ist zu Hause eben überall - oder nirgends.
Je nach dem, wie depressiv man halt grade ist.

Die Ärzte sagen, dass es krankhaft sei, länger als ein paar Wochen zu trauern, aber als Heilmittel bieten sie nur chemische Dinge an.
Bier funktioniert auch, hat aber ebenfalls Nebenwirkungen und wird nicht von der Kasse gezahlt.
Ich meine, was erwartet man? Ich habe eine Narbe an der Hand, seit fast einem halben Jahrhundert, und selbst die schmerzt manchmal noch, wenn das Wetter wechselt. Sollte nicht so sein, OK, ist aber so.

Sedierung hilft nur bei den Symptomen. So oder so.
Das Loch wird dadurch nicht weniger tief, nicht weniger schwarz, noch nicht einmal erträglicher - es wird nur weniger bemerkt.
Was, logischerweise, die Gefahr steigert da hineinzufallen.
Und darauf habe ich ja sowas von keine Lust, echt mal.

Also: Weiter im Text.
Der Protagonist hat so seine Vorgeschichte und Macken und all das, aber das ist ja eher gut für die Geschichte. Nur das Storyboard hat Lücken, aber das kommt mit dem Weiterschreiben schon in Ordnung. Oder wenigstens im Lektorat.
(Dass die Geschichte ihre Längen hat, geschenkt - ich werde das irgendwann mal kürzen, in der Erzählung. Kann ich ja ganz gut, sowas.)

Gesundheit!

Meine langjährige Ärztin verabschiedet sich in den Ruhestand, was ein wenig traurig ist. Auch, weil sie meine kleinen Eigenheiten ganz gut kennt und immer den richtigen Ton trifft, wenn sie ... nun, schimpft.
Über Rauchen und Alkohol und all das, worüber Ärzte halt schimpfen.
Tja.

Als Abschiedsaktion hatten wir noch mal ein roundup, Blutbild und so, mal schauen, und das einzig ungewöhnliche waren die sehr guten Ergebnisse beim Lungenfunktionstest und den Leberwerten.
Alles ziemlich gut, also - ein wenig zu viel Gewicht, ein bisschen Cholesterin, ok, aber nichts dramatisches.

Insgesamt: es geht mir gut, soweit.
Also körperlich.

Das andere ... war auch schon mal schlimmer, ist noch gar nicht so lange her. Und ein paar Dinge werden gar besser:
Ich habe wieder angefangen zu schreiben, ein neuer Anlauf für eine alte Geschichte, und stelle fest, dass ich da durchaus was gelernt habe.
Was nicht unbedingt bedeutet, dass ich grade einen Bestseller in Arbeit habe, im Gegenteil: Ein Ding, das ich gelernt habe ist, die Geschichte für mich richtig zu schreiben, nicht unbedingt für ˋden Leser´.
Der kann schließlich entscheiden, etwas anderes zu lesen.

Das führt zu Ansagen wie ˋmuss man mögen´, was übersetzt bedeutet: Ich mag das nicht. Wegen ˋzu kompliziert´ oder so.
Passt ja ...
Also, passt zu mir: Recht kompliziert und das mag nicht jede(r).
Ist OK, immerhin mag ich auch nicht jede(n) - meist wegen ˋzu einfach´.
Die Welt ist ja vielfältig (auch, wenn viele WeltbewohnerInnen eher einfältig sind) und das ist auch ganz gut so.

Sonst? Tja. Nächste Woche soll es kühler werden, was mich sehr freut. Und bald schon wird es richtig frisch, kühl, kalt sogar. (ˋbald´ meint einen Zeitraum von ein paar Monaten ...), und dann geht es mir wieder richtig gut. Und ich werde die Erinnerung an die letzten Wochen verdrängen und jeden bemitleiden, der dann friert. Also, ein wenig jedenfalls.

Obwohl, zugegeben:
Einen nützlichen Aspekt hat diese Hitzewelle ja. Nämlich den, dass ˋEinsamkeit´ in den letzten Wochen ein sehr nachrangiges Problem war - für Zweisamkeit wäre es sowieso zu warm gewesen.
(Die Macht positiven Denkens hat überhaupt nichts mit Optimismus zu tun, ehrlich. Das ist eine Variante des guten alten Zynismus, nur etwas konstruktiver. Basiert auf dem Unwillen, sich das Schöntrinken vergällen zu lassen, bedarf einiger Übung und bringt ... nichts weiter. Eben.)

Marmelade

die Briten sind ja so gut wie raus aus der EU, und deswegen darf man wohl wieder von ˋMarmelade´ sprechen, wenn man irgendwelche Früchte und Zucker zu Brotaufstrich verarbeitet. Oder?

In letzter Zeit was das ja verboten: Ausschließlich Zeug aus Orangen und ähnlichen Früchten durfte so bezeichnet werden, alles andere sollte Konfitüre genannt werden. Wegen der Briten, eben.

OK, ein geeintes Europa bringt eben so seine Opfer mit sich - das ist insgesamt auch ganz OK, und insgesamt besser als geschlossene Grenzen und diplomatische Noten und kleinere Kriege um die Erbfolge im Nachbarland. Also, gut, nannten wir also Fruchtmus ˋKonfitüre´, wegen der Briten. Die sind ja empfindlich beim Essen - also, bei der Benennung dessen, was sie für essbar halten.

Aber das ist halt hinfällig, weil eben die Briten lieber geschlossene Grenzen haben wollen als ... Konfitüre. Sollen sie halt.
Ich jedenfalls habe gerade Marmelade gekocht, aus (Achtung!) Zibarten. Was keine Zitrusfrüchte sind, sondern eine Art Pflaume, weshalb die Sache politisch korrekt ˋKonfitüre´ hätte heißen müssen, ohne den Brexit.

Zudem habe ich bei der Zubereitung das eine oder andere Gewürz verwendet - Zimt. Kardamom, ein wenig Pfeffer, eine Spur Salz - und auch sonst alle nationalen, europäischen und insbesondere alle britischen Standards bezüglich der Zubereitung von Brotaufstrichen aus Obst ignoriert und stattdessen auf das zurückgegriffen, was meine Oma mir vor Zeiten beigebracht hat.
Und ätsch, das ist gut!

Zudem ist es das erste Mal seit fast drei Jahren, dass ich Marmelade einkochte. Und dass allein ist schon schön. Größtenteils jedenfalls: Einen kleinen Stich gab es schon, als mir ganz zum Schluss wieder ein ˋProbiererle´ übrigblieb, ein kleiner Rest, der nicht mehr in die Gläser passte. Und mir bewusst wurde, dass niemand nach Hause kommen und sich freuen und über den Zustand der Küche hinwegsehen wird, weil das Ergebnis überzeugt ...

Aber, wie gesagt: Ein kleiner Stich.
Ich kann auch nur für mich Marmelade einkochen. Oder halt Konfitüre, falls die Briten sich dann besser fühlen.
Ich jedenfalls, für meinen Teil, fühle mich besser.
God shave the queen.

Wetter

also gut - immer wider werde ich in letzter Zeit gefragt, ob und wenn ja warum es mir nicht gut ginge - offenbar mache ich einen desolaten Eindruck. Isso.

Und ja, es geht mir nicht gut. Nur: Das hat nichts mit diesen, jenen oder anderen Gründen zu tun, sondern schlicht mit dem Wetter:
Es.Ist.Zu.Heiß.
Zu heiß, das fängt bei etwa 20 Grad Celsius an, bei leichtem Wind. Bei Windstille schon deutlich früher. Und grade hat es 28 Grad, um 20:30, was bedeutet: Gnarf.

Offenbar ist der asiatische Anteil meiner Gene nicht in der Mongolei, sondern in den kühleren Regionen Sibiriens zu verorten (was die Sache mit der Ahnenforschung nur unwesentlich komplizierter macht), und wahrscheinlich sind die Grundanlagen in einer Kaltzeit entstanden. Was immerhin meine Affinität zu Mammuts und Äxten erklären könnte.

Jedenfalls ist dieses Erderwärmungs-Dingens etwas, was für mich keineswegs abstrakt ist - das ist eine Existenzfrage. Jedenfalls, solange die Evolution sich nicht bequemt, für mich (und meinesgleichen) den Sommerschlaf zu erfinden, am liebsten in tiefen und wohlbestückten Bierkellern.

Ernsthaft, das ist alles: Das Uli-Hirn ist für den Einsatz bei leichten Minusgraden konzipiert, und das Drumherum ebenso. Irgendwas mit ˋgefühlten 5 Grad´ bezeichnet den Punkt, an dem es nicht mehr so richtig volldoll sauber läuft, und jetzt ...
Die Anzeige ist im Tiefdunkelroten, es wird keine Gewähr für eventuelle Ausfälle übernommen, sorry ... wartet einfach, bis euch zu kalt wird, dann ist alles wieder gut. Also, für mich.

Bis dahin: Sorry, wenn ich jemanden übersehe, mich an Dinge nicht erinnere oder sonstwie seltsam (also ... seltsamer als sonst, ok?) bin.
Das liegt am Wetter.
Sonst ist alles so OK wie möglich.

ein letztes Mal

Ein wenig melancholisch ist das schon: Dieser Garten. Diese wundervollen Potentiale, diese einmalige Lage ... und dieses Wissen, dass dies der letzte Garten sein wird, den ich gestalten kann.
Auf diese Art und Weise, mit der ich so ... zufrieden bin,

Nichts Schlimmes, so rein - ähm - objektiv. Aber ich sehe sehr deutlich, dass ich meine Art, so etwas zu tun, nicht mehr kann. Nicht noch einmal. Das Denken, Fühlen, Träumen mit den Händen, mit Schubkarre und Spaten, das stößt auf Grenzen. Morsche Gelenke und so.

Zwei oder drei Tonnen Erdbewegung mir Schaufel und Schubkarre, dann ist sowas von Schicht im Schacht. Der Geist ist willig, aber Rücken, Hüftgelenke und all diese Leute machen eben schlapp.
Schade, ein wenig.
Es war eine gute Zeit ...

Seit ich 14 bin arbeite ich in Gärten.
Als Helfer für alte Männer, die ihre Erfahrung an Jungen weitergeben wollten, damals - so hat das angefangen. Und ist weitergegangen, Schritt für Schritt. Junger Wilder mit Ideen, neue Impulse geben, Konzepte entwickeln, lernen ... können.
Und geht auf den letzten Schritt zu: Ich weiß jetzt. Und kann nicht mehr so richtig. Tja.
Irgendwie ist das richtig so, das ist ˋGarten´. Vielleicht ist es auch ˋLeben´. Was auch immer. Was weiß ich schon ...?

Dass dieser spezielle Garten - mein letzter - jetzt für die Menschen gebaut wird, für die ... einen Garten zu bauen ich vor Zeiten nicht genug wusste, ist eine wunderbare Sache. Irgendwie ...
Und deshalb ist das auch nur melancholisch, und nicht traurig: Jetzt kann ich das, was ich vor dreißig Jahren eben nicht konnte. Endlich.

Ich dokumentiere ganz fleißig die Baufortschritte, halte die Ideen fest, die Inspirationen und all das, und ja - vielleicht kann ich ja dieses Wissen irgendwie mal weitergeben. Wäre schön. Vielleicht sogar nützlich.
Und vielleicht, vielleicht auch das andere, was ich in den dreißig Jahren so gelernt habe ...

Garten ist Gefühlssache. Und wenn man das mit dem Gefühl, mit dem Einfühlen, mit dem Verstehen, Annehmen und Aufnehmen und all dem hinbekommst, dann wird das gut. Was auch immer.

Doof, dass man sowas erst viel zu spät kapiert. Gut, dass man es dann doch noch mitbekommt. Für ein letztes Mal - und für ein Mal richtig richtig machen können.

Möchte jemand lernen, wie man Gärten baut? Echt? Dann ruft mich an ...

Wenn du einen Garten hast ...

... wird dir an nichts fehlen. Cicero.
OK, er wollte noch eine Bibliothek dazu, aber das lassen wir mal - die Römer hatten schließlich kein Internet, keine eBook-Reader und keine TV-Serien zum ausleihen.
Aber das mit dem Garten stimmt.

Und ich freue mich sehr, wieder einen zu haben. Also, keinen eigenen, aber einen, den ich gestalten kann. Hat mir echt gefehlt die letzten Jahre. Sonnenbrand und Muskelkater und kleine Verletzungen und all das. Da lebt man so richtig. Also, wenn man fertig ist, ein Schnitzel und ein Bier bekommt und sich anschauen kann, was man so geschaffen hat. Wenn Ameisenbisse und Mückenstiche diesem wohligen Gefühl weichen ... ja.

Wenn noch dazu die Auftraggeberin so ziemlich alles so möchte, wie ich das gerne bauen will, die Voraussetzungen dazu gegeben sind und all das, ist das echt schön.
Diesmal mache ich auch fleißig Bilder, Vorher/Nachher, und dann ein Foto-eBook. So als Dokumentation (und natürlich zum Angeben).

Schade ist, dass ich mit sowas wohl kaum mehr meinen Lebensunterhalt verdienen kann - rein körperlich merke ich doch ... gewisse Einschränkungen.
Alter und morsche Gelenke, diese Sachen halt. Aber das ist nicht wirklich schlimm, die Freude überwiegt - und ehrlich, das größte Problem war schon immer, die richtigen Kunden zu finden, die, die meine Konzepte verstehen und annehmen.
Und kein ˋSchöner Wohnen ´-Abo haben.

Aber was soll's?
Es gibt Dinge, die kann man sowieso nicht für Geld tuen, wenn es gut werden soll. Weil man dann halt an Geld denkt, an Rechnungen und Kalkulationen und Steuern. An Dreck.
In einem Garten denke ich an Kompost und sowas. Dann wird das was.
(OK, ich denke früher oder später auch an Grillplätze, Holzkohle und Wurst, eventuell auch an Bier oder einen Martini ... zugegeben. Gehört halt zu Garten irgendwie dazu, finde ich)

Also: Wenn ich mal zerkratzt und angebrannt und erschöpft auftauche, macht euch keine Gedanken: Das geht vorbei, und mir geht es (dann ...) gut.
Und für die nächsten anderthalb Jahre bin ich sinnvoll beschäftigt. Auch schön.

Und nebenbei: Ich habe nie einen Rosengarten versprochen, soweit ich das weiß. Aber ... doch, das wird einer. Wenn man großzügig die Familie der Rosengewächse annimmt, nicht nur ˋechte´ Rosen.
Und die piksen nicht alle.

on the road, again

Mehr als zwei Jahre bin ich gar nicht gefahren. Also, mit dem Rad. Nur Bus und Ubahn, ab und zu als Beifahrer in so einem Blechkasten, und sonst eben gelaufen.
Und nein, das hat mir nicht gefehlt. Oder genauer: Ich habe nicht bemerkt, dass es mir fehlt.

Nun, offenbar haben andere das sehr wohl bemerkt, und so hat ein Freund mir eines seiner Fahrräder ausgeliehen. Bis auf weiteres. Ein C-Modell von der Manufaktur. Klein und fein. Und das steht jetzt hier in der Wohnung, mit meinem alten Brooks ausgerüstet, und grinst.

Siehst du, scheint es zu flüstern, das war doch schön, das Probefahren. Weit gekommen sind wir nicht, OK, weil du eben sowas von untrainiert bist, aber Spass hat es doch gemacht, oder?
Tja, was soll ich da antworten? Recht hat das Radl, es hat Spass gemacht. Und war anstrengend. Aber das kommt schon wieder in Ordnung, mit der Zeit: Ich werde nicht gleich wieder Langstrecken fahren können, aber das muss ja auch nicht. Nicht gleich.

Heute waren es vielleicht sechs Kilometer, noch mit dem alten Sattel und bei Hitze. Und irgendwelche Dinge haben protestiert ob der ungewohnten Bewegung. Nun, man wird sich gewöhnen. Denke ich.

Jedenfalls läuft es wieder mit dem Fahren.

Warte, warte nur ein Weilchen ...

Jaja, ich weiß: Tante Google spuckt den Wikipediaartikel zu Hartmann aus, wenn man die Titelzeile eingibt. Und nicht die Oper. Die kennt demzufolge auch niemand.
Soviel zum Kulturverständnis der Algorithmen ... ein Massenmörder zieht eben mehr als Musen.
Worin die genannten Algorithmen uns ja nicht ganz unähnlich sind ...

Aber weder Massenmorde im Hannover der Weimarer Republik (oder die durchaus spannende Geschichte der Aufklärung desselben) noch die eher seichte Opernfassung hatte ich im Sinn, als die Textzeile mir in denselben kam. Da bin ich auch erst draufgekommen, als ich nämliche Algorithmen befragte ...

Nein, es ging um das Warten, um dieses leise, flüsternde Gefühl, dass ˋAbwarten´ sagt, und ˋalles wird gut´ und um die ferne Stimme, die sich heiser brüllt mit ˋJETZT!´ und ˋSOFORT!´.
Geduld und so etwas wie Zuversicht hier, und dort eben nicht.
Weder dies noch das.

Wenn man die Spatzen fragt, ist der Rat eindeutig: Warte auf die Taube. Und lass mich los ...
Kleine Vögel können ja so egoistisch sein, und sind schlechte Ratgeber. Deswegen.
(Die Taube zu befragen scheitert zumeist an der Unmöglichkeit, ihrer zur Zeit habhaft zu werden - nämlich dann, wenn man gerade eben daran zweifelt. Gnarf)

Nun, zugegeben: Obwohl das Warten, diese Sache mit der Geduld, nun gar nicht im Kanon meiner Kernkompetenzen gelistet ist, so muss ich doch zugeben, die Sache hat was.
Zum Beispiel ... ähm. Ach ja: Bietet Zeit, darüber nachzudenken, was man mit der Taube (der metaphorischen, klar?) denn eigentlich anfangen will, wenn endlich die Geduld belohnt wird.
Und trefflich Gelegenheit, um zu zweifeln, an sich, an der Taube und gegebenenfalls auch an dem Spatz - der, obwohl ja befangen, eventuell doch den besseren Rat wusste. Weiß man ja erst nachher.

Aber ich will aufhören, von Vögeln zu schreiben. Kein Adler hat genügend Scharf- und Weitblick (und wahrscheinlich ist, dass er zum Spatzen rät, um die Taube selber zu greifen), keine Eule ist weise, und keine Weihnachtsgans abgebrüht genug, um solche Fragen zu entscheiden.

Bleibt also, abzuwarten. Bis man genügend Argumente hat, um sich für oder gegen das Warten zu entscheiden.
Und bleibt zu hoffen, dass das Warten an sich die Sache wert war, wenn es sonst vergeblich wäre.
Vielleicht, weil sich zwischenzeitlich herausstellt, dass Geflügel gar nicht mal so günstig ist für die Ernährung? Irgend wie sowas ...

Ehrlich mal: Schlaflose Nächte können gar wunderliche Blüten treiben.
Passt ja zur Jahreszeit, irgendwie. Hab ich so vernommen.

kruzifix nochmal

der Söders Markus, der will doch in allen Ämtern ein Kreuz aufhängen. Sapperment!
Das passt wie Arsch auf Brille: War doch das Kreuz der sichtbare Ausdruck staatlicher (römischer) Justiz. Ein Symbol neumodischer (also ... damals) Techniken, die das Ableben Abtrünniger noch ungemütlicher gestalten sollten, als dies konservative Methoden (Steinigung und so) bis dato vermochten.
Passt also zur Modernisierung des Freistaates, auch in Hinblick auf das Psychiatriegesetz und das PAG.
Also, kein Grund für Irritation. Erstmal.

Nun will aber der Söders Markus das Kreuz als Symbol verstanden wissen, und zwar (netto) für die Leitkultur. Mit hartem ˋT´, von leiten.
Und für die freiheitlich-christsoziale Grundordnung, und all das.
Und das geht ja gleich gar nicht!

Das Kreuz ist nun mal das Symbol der Christlichen Kirchen, es erinnert an Ostern, an Jesus, der durch (staatliche, leitkultivierte, legitime) Gerichte verurteilt wurde, obwohl selbst der Richter da ernste Zweifel hatte - aber der Volkswille (Abart von ˋgesunder Menschenverstand´ und ˋWutbürger´) wollte das halt so.

Als Katholik finde ich es unerträglich, den christlichen Wert dieses Instruments (falls es jemand nicht weiß: Christus ist zu unserer Erlösung gestorben und auferstanden) wegzudiskutieren und es umzudeuten auf ein Symbol der Staatsgewalt.
Ein staatliches Folterinstrument, das Christus überwunden hat, als Staatssymbol zu verwenden ... was will der Söders Markus damit ausdrücken?

Vielleicht, dass seine Konzentr... Sammelunterkünfte für Asylbewerber schließlich auch ˋchristlich´ seien, weil, ja, kruzifix ... eine Mordapparatur dort ausgestellt wird?
Wird dann auf die bayrische Greencard gedruckt, dass Arbeit frei macht? Bietet sich an, von wegen Freizügigkeit und so. Und hat ja auch mit der deutschen Kultur irgendwie zu tun.
Das Söders Markus bei jeder Gelegenheit betont, dass Kirchen zur Politik zu schweigen haben, passt da hervorragend.

Nun, als Katholik sage ich nur:
Was du, Markus, dem Geringsten tust (oder nicht tust), das tust du dem Gott, für den das ˋC´ im Namen deiner Partei steht. Solltest du wissen. Und, als Boss einer Gang, die dieses ˋC´ im Namen führt, auch ... fürchten.
Ob es auf der anderen Seite Orte gibt, in denen schutzsuchende Seelen bis zur Abschiebung in die nächstgelegene Hölle kaserniert, isoliert und traktiert werden, weiß ich nicht.
Aber für solche Christen wie dich ... sollte man darüber nachdenken.
Weil du selber eben nicht darüber nachdenkst.

Andererseits, weil ich ja Katholik bin:
Ich bete für dich, Markus.
Weil, sonst hilft dir ja nichts mehr.

früh links Gefühle

Das ist die Hüfte, die mag es nicht, wenn ich zu lange liege. Aber sonst geht es ihr deutlich besser als noch vor ein paar Wochen: Ich befürchte, dass die Winterschuhe das Problem sind.
Was bedeutet, dass ich neue Schuhe brauche, aber immerhin habe ich ein gutes halbes Jahr, um die anzusparen. Und es ist ja immer gut, Ziele zu haben ...

Sonst hat es Frühlingsgefühle, vor allem in der Nase. Wie vermutet, aber weniger heftig als letztes Jahr. Dazu kommt eine deutlich gesteigerte Wetterfühligkeit, was ziemlich nervig ist. Weil es halt dauernd wechselt, das Wetter und ich dann nicht schlafen kann. Doof, das.

Auch ein Frühlingsgefühl: Freude, weil die Amaryllen allesamt blühen, die Aronia ebenfalls, und die drei Obstkerne vom letzten Jahr zwei Keimlinge entwickelt haben - grad recht, die kann ich gut brauchen.
Und der neue Tomatentopf wartet bereits auf Bepflanzung.
Passend dazu habe ich mir zwei Quadratmeter Kunstrasen geleistet, für den Balkon. Wie spießig ...

Gefühlt ist dieser Frühling ein Sommer, was die Temperatur (auch und vor allem die gefühlte) angeht, und das bedeutet, dass ich ganz und gar nicht fit bin. Zum Glück muss ich das auch nicht.

So weit, so gefühlvoll ...
Und sonst? OK, die Überschrift und das Rumreiten auf dem Begriff ˋFrühlingsgefühl´ wecken Erwartungen, so in Richtung ... Dingens. Ja.
War Absicht, zugegeben.
Aber: Die wird jetzt gleich gar fürchterbar enttäuscht, über diese Dinge verbreite ich nichts im Netz. Ätsch.
Da hilft nichts, das ist Privatsache (und wenn es erzählenswertes gäbe, wäre es noch dazu eine solche von zumindest einer weiteren Person, und da müsste ein Einverständnis vorliegen).

Ach ja, wir haben zusätzlich zu dieser Selbstverständlichkeit ja auch noch ein neues Gesetz für den Umgang mit Daten, ein Gesetz, das völlig überflüssig wäre, wenn ihr alle nicht so sorglos alles preisgeben würdet in diesem Neuland. Und dann würdet ihr auch nicht an diesem Gesetz rummäckeln, sondern euch vielleicht mit Wichtigerem befassen.
Wie zum Beispiel hiermit.

also, bis denn, denn,
Uli

Spannungsabfall

Das hätte ich mir vorher sagen können: Hinter einer offensichtlichen Klippe lauert eine getarnte.
Und über die stolpert man dann ganz gerne.

Den Mittwoch sehr gut überstanden, und auch in der Folge kein Gegrämel, bis Donnerstag Nacht. Die war dann schlaflos, mal wieder.
Und um die Sache rund zu machen, gab es einen Infekt oben drauf, Richtung Magen/Darm - keine sehr heftige Sache, aber völlig ausreichend um mir den Freitag zu versauen.

Da wollte ich nach dem Routinebesuch bei meiner Ärztin eigentlich wandern und am Abend ins Theater. Stattdessen war Bett angesagt, mit leichtem Fieber. Gnarf.

Quasi als Ausgleich musste ich auch für heute alles absagen. Und habe wegen der Schlaflosigkeit eine Medikamenten-Therapie gebucht, die für die nächsten Wochen jeden Alkohol verbietet ...
Und weil das sowieso so ist, starte ich dann auch den neuen Anlauf zum Nichtrauchen, ist eh schon egal ...
Vielleicht ist das aber auch schlau: Immerhin kann ich so ziemlich sicher sein, dass nichts Unvorhergesehenes mir die Laune verdirbt. Und mit etwas Glück dämpft die Einschlafhilfe ja den Rauchentzug gleich mit.

Naja. Mal sehen.
Und sonst? Nun, es frühlingt ganz heftig, die Amaryllen haben den Winter überstanden und treiben Blütenknospen, die Aronia ebenso, und die Drossel, die gestern versucht hat ein Nest auf meinem Balkon zu bauen, ist beleidigt abgezogen. Wollte keine WG, und bei der Frage ˋdu oder ich´ habe ich micht letztlich doch durchgesetzt. Obwohl das Tierchen sehr beleidigt geguckt hat.
Hilft aber nicht.
Natur kann so grausam sein, wenn man ein kleiner Vogel ist ... (ach ja, Jod-S11-Körnchen bekomme ich jetzt auch. Wegen Schilddrüse ...)

Ach ja, Frühling ... ich warte ja auf diese Frühlingsgefühle, besonders auf dieses Kribbeln in der Nase. Wegen Pollen.
Nur Hausstaub ist auf die Dauer eher unbefriedigend, nicht wahr?

bis hierher. und weiter (11.April 2018)

Ich habe heute die Erinnerungs-Webseite für Brigitte grundlegend verändert - alle Texte von damals entfernt, das Bild umformatiert und nur noch ihre Lebensdaten eingefügt.
Natürlich in Absprache mit ... allen, die das etwas angeht.

Für mich war das wichtig:
Die Seite ist jetzt so etwas wie ein virtueller Grabstein, kein Bericht mehr aus jenen Tagen.
Ein Grabstein dient der Erinnerung, nicht der Information - wer Brigitte gekannt hat, muss nicht wieder und wieder mit dem Schmerz jener Tage konfrontiert werden.
Und wer sie nicht kannte, den geht das auch nichts an.

Ebenfalls geht es niemanden ... kaum jemanden etwas an, ob und wie weit ich (und andere ...) damit zurechtgekommen sind, abgeschlossen haben oder was auch immer.
Also, keine Sache mehr für das Netz. Fragt, wenn ihr wissen wollt, das ist OK.
(Was mich betrifft: Wer fragt muss damit rechnen, Antworten zu bekommen. Also vermeidet Höflichkeitsfloskeln ...)

OK, das war das ˋbis hierher´.

Und weiter?

Ich freue mich darüber, dass ich noch mal eine Gelegenheit habe, einen Garten zu gestalten - und denke, dieser wird mein bester.
Einfach, weil ich ziemlich viel gelernt habe, weil meine Art, so etwas anzugehen dort passt - und weil ich es will.
Endlich wieder ...

Und endlich wieder arbeite ich an Geschichten. Wobei (auch) dabei noch nicht alles wieder so läuft, aber das ist grad völlig OK. Dinge, die nicht funktionieren, kann man als ˋLernen´ verbuchen ... und ändern.

Was den Rest des Lebens angeht ...
Die Sache mit dem ˋersten Arbeitsmarkt´ hat sich wohl erledigt - Alter, dazugehörige Wehwehchen, all das Zeug eben. Und?
Es wird schon was werden, irgendwie. Vielleicht nicht ausreichend am finanziellen Ende, OK, aber ˋsinnstiftend´ ...

Und sonst?
Sonst ist OK, so alles in allem. Mehr oder weniger. Insgesamt halt so ...
mehr oder weniger.

weiter im Text

Seite neu gestaltet, wie ihr seht.

Diese Version benötigt nur noch ein gutes Dutzend Codezeilen, und noch dazu nur solche, die ich selber schreiben konnte. Im Gegensatz zum Vorgänger, den mein Schwiegersohn entworfen hat - Profiarbeit, schön und gut, hat mich aber überfordert, was Pflege und Anpassungen angeht.
Und ich finde, die neue Form passt besser zum Inhalt:
Der ist halt auch nur das, was ich so meine tun zu müssen.

Die Schweigephase ist dann auch mal beendet, ein Vierteljahr reicht. Meine ich. Einwände?
(OK, eine rhetorische Frage ... sorry.)

Hinter dem ˋ…´ oben rechts findet ihr eine lieblos hingekla... ähm, minimalistisch gestaltete Info-Seite, u.A. mit meinen Kontaktdaten (in Form einer V-Card, die man gleich in die Kontakte importieren kann) und den Nutzungsbedingungen und solchem Zeug - und demnächst auch die alten Texte (in Form von eBooks im DRM-freien ePub-Format.

Irgendwelche Besucherzähler oder sowas habe ich immer noch nicht, und Werbung gibt es ebensowenig wie Kekse, Like-Follow-Whatever-Buttons oder Kommentarfunktionen.

Was natürlich bedeutet, dass ich leider gar keine Nutzerdaten verkaufen kann, was schade ist - dafür gibt es in den Kontaktdaten einen Paypal-Link. Wer da Geld hinschickt, bekommt allerdings keine zusätzlichen tollen Inhalte, sondern nur das warme, weiche Gefühl, einen Beitrag für ökologisch unbedenkliche und fair gehandelte Getränke geleistet zu haben. Mit Trinkgeld.

OK, dass ist jetzt die Abgrenzung zum Gesichterbuch und diversen Nachrichtenseiten. Und so.
Man muss ja weder aus allem Kohle rausschlagen und dafür dann kohlerausschlagkompatible Inhalte liefern müssen ...

Was sonst?
Nichts weiter. Nur: Ich bin wieder da. Mit ein paar neuen Falten und Kratzern und so ... nennen wir es ˋErfahrung´.
Punk isnˋt dead. It just looks different